Sunday, October 4, 2020

#shivering [from the ACCUMULATION series] @ tanz_house festival Salzburg


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Am 6. Oktober sind Andrea K. Schlehwein + NETZWERK AKS beim tanz_house_festival in Salzburg zu Gast. Sie präsentieren in zwei Performances (20:45 und 22:30) das hochdynamische 16-minütige Tanzduett #shivering aus der ACCUMULATION Serie, eine Neubearbeitung aus dem Jahr 2018 von Andrea K. Schlehwein mit und für die beiden NETZWERK AKS Tänzerinnen Unita Gay Galiluyo und Maria Mavridou.

#shivering hat Covid-19-bedingt in diesem Jahr noch keine Vorstellung erlebt. Einige der anvisierten Gastspiele sollen 2021 in Slowenien und Deutschland stattfinden.

In #shivering aus der ACCUMULATION Serie erforschen Andrea K. Schlehwein + NETZWERK AKS dem Zittern zugrunde liegende, dynamische, innere Erregungszustände, deren räumlich-binnenkörperliche sowie emotionalen Ursprünge.
Ein inneres Zittern, ausgehend von einem verborgenen inneren Ort, das visuell zunächst nicht wahrnehmbar in der eigenen Körperwelt beginnt und sich stetig steigernd nach außen dringt, umschließt die beiden Tänzerinnen wie eine zweite Haut.

Mit der Akkumulation der Zustände entstehen wellenartige Sequenzen in unterschiedlicher Dichte, ein unkontrollierbares Auf- und Abschwellen, ein Hin und Her. Es geht um die menschliche Eigenschaft, immer Balance herzustellen zu wollen. Läßt man dem Zittern seinen Lauf, wird eine Spaltung des Ichs in mehrere sichtbar.



ENGLISH


On October 6th, Andrea K. Schlehwein + NETZWERK AKS will take part in the tanz_house_festival in Salzburg. In two performances (8.45 pm and 10.30 pm) they will present the highly dynamic 16 minute dance duet #shivering from the ACCUMULATION series, an adaptation of Schlehwein's piece from 2018 with and for the NETZWERK AKS dancers Unita Gay Galiluyo and Maria Mavridou.

Due to Covid-19, #shivering has not yet been performed this year. Some of the previously planned performances are scheduled to take place in Slovenia and Germany in 2021.

www.tanzhouse.at

In #shivering from the ACCUMULATION series Andrea K. Schlehwein + NETZWERK AKS investigate the dynamic, inner states of 
agitation that are the source of trembling as well as their spatial-physical and emotional origins. Initially invisible, an inner tremor originating from a hidden place inside the body steadily accumulates and pushes outwards, finally enclosing the two dancers like a second skin. 

The accumulation of states leads to wave-like sequences of various densities, an uncontrollable swelling and collapsing, a back and forth. It's all about the human tendency of forever trying to stay in balance. If we let the trembling run its course, a division of the self will become apparent.


#shivering [from the ACCUMULATION series]

6 Oct 2020 | 20:45 + 22:30
tanz_house festival
ARGE KULTUR Salzburg


Choreografie | Choreography
Andrea K. Schlehwein

Tanz | Dance . NETZWERK AKS
Unita Gay Galiluyo
Maria Mavridou

Choreografische Assistenz | Choreographic Assistance
Alina Jacobs

Fotos . Teaser . BLOG | Photos . Teaser . BLOG
Roman Zotter





Thursday, October 1, 2020

Rückblick | review : r o b o t i c MELANCHOLIA


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Die aktuell letzte Neuproduktion von Andrea K. Schlehwein in diesem Jahr trägt den Titel r o b o t i c MELANCHOLIA. Sie feierte am 25. September Premiere und konnte bis zum 28. September an vier aufeinanderfolgenden Abenden besucht werden. Das Tanzstück, das sich thematisch höchst aktuell rund um die pandemiebedingten, gesellschaftlichen Veränderungen positioniert, fand unter den Zuseher*innen großen Anklang – das Publikum war wehmütig berührt und erfreut zugleich.


r o b o t i c MELANCHOLIA setzte sich in einer Zeit der radikalen Infragestellungen auf feinfühlige Weise mit der menschlichen Existenz und Psyche auseinander. Entstanden ist ein multimediales Tanzstück, das - der vermeintlichen Katastrophe zum Trotz - Mut macht, inspiriert und zum Lächeln einlädt. Gleichzeitig wurde die Dringlichkeit der Frage nach zukünftigen Aufführungsformaten und Bühnensituationen in den Vordergrund gestellt.


Die Tänzerin Unita Gay Galiluyo und die Choreografin Andrea K. Schlehwein, die auch für das Gesamtkonzept verantwortlich zeichnet, haben sich in einem intensiven Prozess die Frage nach potenziellen Lösungsansätzen gestellt und mit r o b o t i c MELANCHOLIA ihren persönlichen künstlerischen Zugang dargelegt.


AZ
büro für tanz | theater | produktionen




ENGLISH



The latest new production by Andrea K. Schlehwein this year is entitled r o b o t i c MELANCHOLIA. Its premiere took place on September 25th, with four consecutive showings until September 28th. This highly topical dance piece that deals with social changes caused by the pandemic, was very well received by the public – the audience being moved with feelings of both melancholia and joy.


In a time of radical questioning, r o b o t i c MELANCHOLIA sensitively inquires into human existence and the human psyche. The result is a multimedia dance production which – in spite of the presumed catastrophe – inspires, encourages and invokes smiles. At the same time, the urgency of the question about future performance formats and stage settings was put in the foreground.


The dancer Unita Gay Galiluyo and the choreographer Andrea K. Schlehwein, who is also responsible for the overall concept, entered an intense process of exploring potential solutions, presenting their own personal artistic approach in r o b o t i c MELANCHOLIA.

AZ
büro für tanz | theater | produktionen



Sunday, September 27, 2020

r o b o t i c MELANCHOLIA | platform for useless objects


English version below 


r o b o t i c MELANCHOLIA

heißt Andrea K. Schlehweins neue Produktion aus der Serie FRACTUAL STRUCTURES, die sich mit rohen, unbehausten Zuständen unserer momentanen, durch den Lockdown geprägten Existenz und deren aktuellen Auswirkungen beschäftigt.

r o b o t i c MELANCHOLIA ist ein Hybrid, eine Performance, die über den Tanz von Unita Gay Galiluyo hinausgeht und Objekte, Reflexionen, Lichtquellen und Film in einer mixed-media-and-mixed-materials Inszenierung zusammenführt, die grundsätzliche Fragen darüber formuliert, wohin sich die theatrale Live Situation entwickelt, in welchem Raum zukünftig die Nähe zwischen Bühne und Publikum erlebbar sein mag.



platform for useless objects

ist die aktuelle Installation von Andrea K. Schlehwein aus der Serie FRACTUAL STRUCTURES, die in enger Verbindung zur Tanzperformance r o b o t i c MELANCHOLIA steht.

Sinnentleerte Objekte begleiten unser Leben. Nebeneinander sorgsam aufgereiht, sich denselben Raum teilend, entwickeln sie ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das tiefer geht als menschliche Empathie. Klassifizierungen wie Einheimische, Steuerinländerin, ewige Ausländerin, Flüchtling oder Migrantin sind über den Stammtisch hinaus lebendig und vermüllen ein soziales Miteinander. Die Objekte haben uns etwas voraus.













CLICK HERE FOR ENGLISH
r o b o t i c MELANCHOLIA
 
is Andrea K. Schlehwein's new production from the series FRACTUAL STRUCTURES, which deals with raw, uninhabited states of our present existence, dominated by the lockdown, and its current effects.

r o b o t i c MELANCHOLIA is a hybrid, a performance that goes beyond the dance of Unita Gay Galiluyo, bringing together objects, reflections, light sources and film in a mixed media and mixed materials production that asks fundamental questions about where the theatrical live situation will be heading and in which spaces a closeness between stage and audience can be experienced in the future.

platform for useless objects

is the current installation by Andrea K. Schlehwein from the series FRACTUAL STRUCTURES, closely related to the dance performance r o b o t i c MELANCHOLIA.

Objects devoid of meaning are part of our lives. Carefully arranged next to each other, sharing the same space, they develop a feeling of togetherness that goes deeper than human empathy. Classifications such as local citizen, tax resident, eternal foreigner, refugee or migrant are carried on beyond pub talk and spoil our social coexistence. The objects have an advantage over us.



25 | 26 | 27 | 28 September 2020 | 20:00
r o b o t i c MELANCHOLIA
Neuproduktion TANZ
Andrea K. Schlehwein + NETZWERK AKS | Platform for Contemporary Dance + Art
Tanz . Performance . Kreation . Unita Gay Galiluyo

25 September – 25 Oktober 2020
platform for useless objects
Installation . AKS
geöffnet zu den Veranstaltungen | open during events
+ Fr 11:00 – 20:00 | Sa + So/Su 11:00 – 18:00

Saturday, September 19, 2020

Rückblick | review : archipelago


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Am 28. | 29. | 30. August 2020 fand das erste Solo der Serie archipelago statt. Solistin Claudia Fürnholzer tanzte die erste von insgesamt bis zu 5 Islands die zu einem späteren Zeitpunkt in einem gemeinsamen Veranstaltungsabend zusammengeführt werden.
Aufgrund der pandemiebedingen Reisewarnungen und -beschränkungen musste Choreografin Andrea K. Schlehwein die Reihenfolge der Solis überdenken und das Konzept anpassen.

„Ich denke und konzipiere immer auf die individuelle Person hin. Meine Choreografien sind nicht unabhängig von meinen Tänzer*innen, sondern ihnen auf den Leib geschnitten. Das lässt sich nicht einfach übertragen“, erzählt Andrea K. Schlehwein. 
Die Zuseher*innen waren sehr erfreut, dass das büro für tanz | theater | produktionen die erste Island der Serie archipelago produziert und trotz Einschränkungen durch die Corona-Sicherheitsauflagen (die Vorstellungen waren auf jeweils 20 Zuseher*innen beschränkt) zur Aufführung gebracht hat.

Claudia Fürnholzer und Andrea K. Schlehwein haben mit der Kreation und Verwirklichung der ersten Island das dankbare Publikum an drei Abenden begeistern können.




ENGLISH


On 28th, 29th and 30th of August 2020, the first solo from the series archipelago was shown at ART SPACE stift millstatt. Soloist Claudia Fürnholzer performed the first of a total of up to 5 islands, which will later be combined into a joint dance evening.
Due to the travel warnings and restrictions caused by the pandemic, choreographer Andrea K. Schlehwein was forced to rethink the order of the solos and adapt the concept.

"I always think and conceive with the individual person in mind. My choreographies are not independent of my dancers, they are created for them. This cannot be simply transferred", Andrea K. Schlehwein says.

The audience was very pleased that the büro für tanz | theater | produktionen produced this first island of the archipelago series and managed to bring it to the stage in spite of the corona security restrictions (each performance was limited to an audience of 20 people).
With the creation and realisation of their first island, Claudia Fürnholzer and Andrea K. Schlehwein were able to delight the grateful audience on three separate evenings.



Friday, September 11, 2020


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Das Symposion: POSITIONEN 019 | Diskurse + Dialoge im Zeitgenössischen Tanz

Eine erfreulich große Resonanz erfuhr im Sommer 2019 die von Andrea K. Schlehwein ins Leben gerufene und in unregelmäßigen Abständen in Österreich veranstaltete wie von ihr auch künstlerisch verantwortete Symposionreihe: POSITIONEN | Diskurse + Dialoge im Zeitgenössischen Tanz. Diese Symposionreihe wurde seit 2008 fünfmal realisiert. Jede POSITION hat eine explizite Schwerpunktsetzung - im Jahr 2019 lag der Fokus auf dem LPDC (Lex Padilla Dance Concept). Zu den POSITIONEN 019 reisten 57 Teilnehmer_innen, aus Deutschland, österreichischen Universitätsstädten wie Salzburg (Mozarteum und Orff-Institut) und Wien, aus Japan und den USA in den ART SPACE stift millstatt nach Österreich an.

LPDC (Lex Padilla Dance Concept) 
Die Wurzeln dieses Konzepts reichen weit zurück: von der Günther-Schule München über den Modernen Künstlerischen Tanz zum Elementaren Tanz bis zum heutigen Label LPDC. Maja Lex, die das ursprüngliche Konzept begründete und bis heute von großer Bedeutung für die Auseinandersetzung ist, hat aus schwer erklärbaren Gründen nur in unzureichendem Maße ihren Weg in die deutschsprachige Tanzgeschichtsschreibung gefunden. 

Das heutige LPDC versteht sich als Conclusio jahrelanger Auseinandersetzung im Elementaren Tanz und die inhaltliche Fortführung dieses Konzeptes in eine Tanzsprache mit zeitgenössischem Bewusstsein. Die Methode des LPDC speist sich aus einem reichen Kontingent variabler Elemente und entfaltet sein Wirken jenseits einer festen, als verbindlich deklarierten, starren Methode. Individuelles Handeln sowie eine individuelle Aneignung der wegweisenden Parameter sind gefordert, um die persönliche Interpretation und die Entwicklung einer eigenen Handschrift und Ästhetik zutage zu fördern. 

Neben Graziela Padilla und ihrer jungen Kollegin Alina Jacobs, die das LPDC heute vertreten, waren mit Lisa Günther, Angie Hiesl, Henrietta Horn, Andrea K. Schlehwein weitere renommierte Choreografinnen als Referentinnen vor Ort. Alle vier haben dieselbe Ausbildung bei Maja Lex und/oder Graziela Padilla im Fach Elementarer Tanz absolviert. Diese Gemeinsamkeit war bewusst gewählt, sollte doch an der Unterschiedlichkeit ihres künstlerischen Profils exemplarisch verdeutlicht werden, wie groß die Spannbreite der persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten bei gleichen Wurzeln sein kann. Sie alle sind phasenweise mit Gastprofessuren und Gastlehrtätigkeiten an internationalen Universitäten und Tanzinstitutionen präsent und somit, ob explizit benannt oder nicht, auch tanzpädagogisch tätig. 

Das Symposion hatte über fünf Tage eine klare, sich in Variation wiederholende Struktur. Die Morgenmodule wurde jeweils von Graziela Padilla abgehalten, wobei die Teilnehmer*innen am eigenen Leib die einmalige, für Graziela Padilla typische, Verbindung von dezidiert funktionaler Arbeitsweise und beinah subtil zu Tage tretendem Übergang in die tänzerische Improvisation erleben konnten. Die vertiefte Auseinandersetzung mit Musik und Rhythmus wurde als maßgebliches Element thematisiert und erfahrbar. Diesen praxisorientierten Morgenmodulen folgte eine theoretische Reflexion, sowohl der eben erfahrenen Stunde als auch des zeitgeschichtlichen Kontextes, in den man sich einzuordnen versuchte. 


Raum für Dialog und Diskurs war an jeder Stelle und in großem Ausmaß gegeben. Es zeigte sich, dass gerade die jungen Teilnehmer*innen große Schwierigkeiten damit zu haben schienen, dass sowohl das Konzept des Elementaren Tanzes wie auch das weiterführende Konzept des LPDC, Konzepte jenseits vom konventionellen Konzeptbegriff sind. Frei nach einem Grundsatz der Zenphilosophie: im Sinne der Übung, frei von der Übung. Hier wird keine Rezeptur oder Handlungsanleitung an die Hand gegeben. Der erfolgreiche Output des Konzeptes erfordert ein verinnerlichtes, eigenes Zutun, das erst dann in Folge zu Authentizität führen kann. Nach einer knappen Mittagspause (neben der Organisation des täglichen Ablaufs, wurde auch das Buffet vom Künstlerkollektiv NETZWERK AKS zubereitet), setzten nahtlos die Nachmittagsmodule an. Die Nachmittage des Symposions wurden jeweils von einer der anwesenden Choreografinnen gehalten, in praktischem Unterricht, als Exempel ihrer jeweiligen, individuellen Tanzauffassung, gefolgt von Diskussionen und Video-Präsentationen, die Einblick in das choreografische Schaffen der jeweiligen Referentin gewährten.

Anliegen wie solchen ist die Symposionreihe POSITIONEN gewidmet. Eine erneute Ausgabe mit Fokus LPDC ist für das Jahr 2021 / 22 anvisiert, insofern die finanzielle Grundlage hierfür geschaffen werden kann. Wunsch nach mehr Wissen und Auseinandersetzung besteht, - das hat der intensive Sommer 2019 gezeigt. In diesem Jahr 2020 bietet Alina Jacobs im Zuge ihrer Residenz und Solopräsentation Einzelkurse LPDC und eine O . P . E . N . Morning Class im ART SPACE stift millstatt an.


Das Symposion: POSITIONEN 020

Ursprünglich hätte das Symposion POSITIONEN 020 | Diskurse + Dialoge im Zeitgenössischen Tanz mit dem Untertitel inter cultural dialogues stattfinden sollen. Durch die COVID-19 (Reise-) Beschränkungen musste das Konzept angepasst werden und entwickelte sich zu einem intimeren Format in der Serie cREATING cOMPOSITION. Die ursprüngliche Idee hätte sich mit unterschiedlichen choreografischen Arbeitsweisen von weiblichen europäischen und asiatischen Choreografinnen auseinandergesetzt und neben dem kulturellen Aspekt sowohl ältere/erfahrene als auch junge/up-coming Choreografinnen präsentiert.


Text: AKS   |   Fotos: büro für tanz | theater | produktionen


ENGLISH


Symposium POSITIONEN 019 | Diskurse + Dialoge im Zeitgenössischen Tanz

In the summer of 2019, the symposium series POSITIONEN | Diskurse + Dialoge im Zeitgenössischen Tanz (Discourse and Dialogue in Contemporary Dance), initiated and artistically directed by Andrea K. Schlehwein and taking place in Austria at irregular intervals, received a very positive response. Each POSITION in the series, which has been held five times since 2008, has an explicit focus – in 2019, this focus was on the LPDC (Lex Padilla Dance Concept). POSITIONEN 019 was attended by 57 participants, travelling to ART SPACE stift millstatt from Austrian university cities such as Salzburg (Mozarteum and ORFF-INSTITUT) and Vienna, Germany, Japan and the USA.

LPDC (Lex Padilla Dance Concept)
The roots of this concept reach back far: from Günther-Schule München to Modernen Künstlerischen Tanz (Modern Artistic Dance) through Elementarer Tanz and up to its current label LPDC. Maja Lex, founder of the original concept and still of great influence on the debate today, for some inexplicable reason has not found sufficient recognition in German-language literature on dance history.

Today's LPDC regards itself as the conclusion of years of research into Elementarer Tanz and a thematic continuation of the concept towards a dance language with contemporary awareness. The LPDC method feeds on a rich pool of variable elements and unfolds its effects beyond a fixed, binding or rigid method. Individual action and an individual appropriation of the guiding parameters are called for in order to unearth the personal interpretation and the development of one's own signature and aesthetics.

Apart from Graziela Padilla and her young colleague Alina Jacobs, who represent the LPDC today, several other renowned choreographers such as Lisa Günther, Angie Hiesl, Henrietta Horn and Andrea K. Schlehwein were present to give lectures. All four of them had gone through the same education in Elementarer Tanz with Maja Lex and/or Graziela Padilla. This common ground was chosen deliberately, as the diversity of their artistic profiles was meant to exemplify the possibility of a wide range of personal development originating from the same roots. All of them at times hold guest professorships and teaching positions at international universities and dance institutions and are thus, whether explicitly named or not, active in dance education.

Over a period of five days, the symposium had a clear structure with variating repetitions.
Each morning module was held by Graziela Padilla, allowing participants to first-handedly experience Padilla's unique method, which combines a decidedly functional way of working with an almost subtle transition into dance improvisation. An in-depth exploration of music and rhythm formed a key element of the experience. These practice-oriented morning modules were followed by a theoretical reflection of both the newly experienced lesson and the historical context surrounding the work.

Plenty of space for dialogue and discourse was given at all times. Especially the young participants seemed to have quite some difficulty to understand that both the concept of Elementarer Tanz as well as its continuation, the LPDC concept, are concepts beyond the conventional definition of concept. In the spirit of a Zen principle: according to the practice, free of the practice. No recipes or instructions are handed out. The successful output of the concept requires an internalized, individual contribution, which only subsequently can lead to authenticity.

After a short lunch break (besides organizing the daily routine, artists of the NETZWERK AKS collective also prepared the buffet), we seamlessly transitioned to the afternoon modules. These afternoon sessions were led alternately by one of the attending choreographers, in the form of practical lessons exemplifying each one's individual approach to dance, followed by discussions and video presentations providing insight into each speaker's choreographic work.

The symposium series POSITIONEN is dedicated to issues such as these. Another edition with a focus on LPDC is planned for 2021/22, provided that the financial basis can be secured. There is a clear desire for more knowledge and discussion, which was illustrated by the intense summer of 2019. During her residency and solo presentation in the summer of 2020, Alina Jacobs will offer individual LPDC classes as well as an O . P . E . N . Morning Class at ART SPACE stift millstatt.


The Symposium: POSITIONEN 020

Originally the symposium POSITIONEN 020 Diskurse + Dialoge im Zeitgenössischen Tanz, with the subtitle inter cultural dialogues. Due to the COVID-19 (travel) restrictions, the concept had to be adapted and developed into the more intimate format cREATING cOMPOSITION. Die original idea was to explore different choreographic working methods of female choreographers from Europe and Asia and, apart from the cultural aspect, would have presented older/more experienced as well as young/upcoming choreographers. 
 

Text: AKS   |  Photos: büro für tanz | theater | produktionen


Saturday, August 29, 2020

archipelago

Neuproduktion Tanz  |  New Dance Production
28 | 29 | 30 Aug 2020  - ART SPACE stift millstatt

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Ein tief-schwarzer Wellenteppich empfängt die Zuseher*innen im Raum, sein reflektierender Glanz lädt zum Abtauchen ein, doch man hält Abstand, weil man den Sog fürchtet.

Ebenso diese undechiffrierbare Figur, die den Wellenteppichrand zunächst nicht überschreitet, doch es scheint als käme das unendliche Schwarz aus ihrer eigenen Ärmelfalte. Die Figur erhebt sich, will Klarheit schaffen, steckt mit Lichtakzenten den Bühnenraum ab, warten noch einen Einatemzug-lang und schließlich --- stürzt sie sich, jeden Zweifel beiseite räumend, in den von ihr konkretisierten Raum. Man staunt, dass sie in diesem dunklen Meer nicht untergeht. Noch ein paar Schritte dienen der Equilibierung, danach folgt tänzerische Schwerelosigkeit - das Meer, nun der Figur nicht bedrohlicher als dem Fisch. Zwischendurch beklemmende Momente, die, Todeskampf anmutend, sich letztlich doch als experimentierfreudiges Kinderspiel erweisen.

I s l a n d 1 der Serie archipelago ist die erste Aufführung von insgesamt bis zu 5 geplanten tänzerischen Inseln, die zu einem späteren Zeitpunkt in einem gemeinsamen Tanzabend zu einem neuen Ganzen choreografiert werden. Die Soli (Islands) werden mit NETZWERK AKS- und Gast-Tänzer*innen kreiert, die sich in ihrer tänzerischen Auseinandersetzung mit verschiedenen Motiven menschlicher Translokation beschäftigen. Choreografin und Tänzer*innen versuchen auf unterschiedliche Art und Weise das Thema der Migration, des Unterwegsseins, zu erfassen und sich aus einer persönlichen Perspektive die Frage zu stellen, wie und warum Menschen den Ort verlassen, an dem sie leben.

Im ersten Teil, I s l a n d 1, der Serie archipelago schickt Andrea K. Schlehwein die Tänzerin Claudia Fürnholzer auf eine Reise, die einem nicht enden wollenden ‚flow of consciousness‘ gleichkommt. Der Routenplan, den die Choreografin ihrer Solistin mitgibt, ermöglicht ihr ein Unterwegssein gegen die Zeichen unserer Zeit, geprägt von Leichtigkeit und Experimentierfreude. Die Bilder, die entstehen sind nicht narrativer Natur – die Fortbewegung akzentuiert die Höhe und sucht die Schwerkraft zu überwinden. Der Tanz von Claudia Fürnholzer ist geprägt von Freiheit, tänzerischer Gelassenheit und neugieriger Offenheit.



archipelago ist eine Studie über Motivationen und Erschöpfungszustände im Körper der ein starker Wille gegenübersteht, schwankend zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, immer einen Horizont vor Augen.


ENGLISH VERSION
archipelago

A dance floor of deep black waves welcomes the viewers into the space, its reflective shine inviting to dive in, but afraid of its undertow, we keep our distance.

The same is true for this undefinable figure who at first does not cross the edge of the wavelike dancefloor, yet it seems as if the infinite blackness is coming out of her own sleeve. The figure rises, trying to create clarity, marking out the stage space with accents of light, waits another inhale and finally, clearing away any doubt, plunges into the space she has just substantiated. We are amazed that she does not sink into the dark ocean. A few steps more to find an equilibrium, followed by a dancing weightlessness – the ocean now no more threatening to the figure than to the fish. Some intermittent moments of distress, reminiscent of mortal agony, which however soon turn out to be child's play in happy experimentation.

I s l a n d 1 from the series archipelago is the first of a total of up to five planned islands of dance, which will later be choreographed into a new whole in the form of a joint dance evening. The solos (islands) will be created with dancers of NETZWERK AKS as well as guest artists who will research various motifs of human translocation. In different ways, choreographer and dancer will try to get a grip on the theme of migration, of being on the move, asking themselves from a personal perspective how and why people leave the place they live in.

In the first part, I s l a n d 1 from the series archipelago, Andrea K. Schlehwein sends the dancer Claudia Fürnholzer on a journey resembling a never-ending 'flow of consciousness'. The itinerary the choreographer hands to her soloist enables her to move against the signs of our time, with lightness and the joy of experimentation. The emerging images are not narrative in nature – the movement accentuates verticality and tries to overcome gravity. Claudia Fürnholzer's dance is characterized by freedom, serenity and curious openness.

archipelago is a study of motivations and states of exhaustion in the body counterbalanced by a strong will, oscillating between hope and despair, always with a horizon in sight.


archipelago
28 | 29 | 30 Aug 2020  –  20:00

keine Abendkasse - nur Voranmeldung
pre-purchase required

+43 4766 35250
oder/or
aks.office@andreakschlehwein.com

Preis/Admission:19 €

Veranstaltungsort/Location
ART SPACE stift millstatt
Stiftgasse 1
A – 9872 Millstatt


CREDITS

archipelago

Neuinszenierung   |   New production
Andrea K. Schlehwein + NETZWERK AKS | Platform for Contemporary Dance + Art
28 | 29 | 30 Aug 2020

Inszenierung . Konzept . Raum . Soundscape . Licht   |   Direction . Concept . Space . Soundscape . Light
Andrea K. Schlehwein

Tanz . Kreation   |   Dance . Creation
Claudia Fürnholzer

Musik   |   Music
Field Days, Fred Frith

Abendtechnik   |   Tech
Andrea K. Schlehwein

Mitarbeit Raum   |   Collaboration Space
Brigitte Büsken

Photo Promotion   |   PR photos
Andrea K. Schlehwein

Grafik Layout   |   Graphic Layout
Eleonore Schäfer

Clip
n.n.

Corona Beauftragte . Texte   |   Corona Officer . Texts
Anna Zampetti

Produktionsleitung   |   Production Management
Eleonore Schäfer
Andrea K. Schlehwein

Mitarbeit Produktionsbüro   |   Assistant Production Office
Anna Zampetti

Filmdokumentation   |   Film Documentation
Chris Rieder . Five Elements Film

Dauer   |   Duration
40 Min

Produktionsbüro   |   Production Office
büro für tanz | theater | produktionen

Amanda K. Miller
thanks for your inspiration

Tuesday, July 28, 2020

think tank @ büro für tanz | theater | produktionen


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Text: Anna Zampetti | Fotos: AKS

Vor kurzem habe ich mein Studium in Wien beendet und bin, wie man so schön sagt, zurück nachhause gezogen. Groß war die Freude, den ART SPACE wieder zu entdecken, dessen Aktivitäten, Ausstellungen und Veranstaltungen ich aus der Ferne zwar immer beobachtet hatte, doch aufgrund meines Wohnortes selten besuchen konnte. Bereits vor einem Jahr, in den Sommerferien, hatte ich zu Andrea K. Schlehwein Kontakt aufgenommen und nachgefragt, ob sie denn in irgendeiner Weise Unterstützung im ART SPACE brauchen könnten. Zu groß war die Verführung dieser Kunstinstitution nahe zu kommen.
Ich war sehr überrascht, dass ich sofort die Möglichkeit bekam, meinen Zugang zur Kunst zu argumentieren und anhand von Rezensionstexten zu demonstrieren. Durch meinen Studienabschluss musste ich mich noch ein Jahr gedulden doch nun, im Sommer 2020, ist es endlich soweit, mir wurde erneut die Hand gereicht und jetzt bin ich Teammitglied im think tank.
Der ART SPACE stift millstatt beherbergt einerseits das FORUM.KUNST contemporary, unter der Leitung von Eleonore Schäfer und andererseits das büro für tanz | theater | produktionen unter der Leitung von Andrea K. Schlehwein. Das büro für tanz | theater | produktionen kreiert, plant organisiert und managed Eigenproduktionen von AKS sowie dem NETZWERK AKS und lädt zudem jährlich mehrere, externe Produktionen von internationalen Künstler*innen und Artists in Residence ein, die von AKS betreut werden.

Die Organisationsform des büros läuft unter dem Label „Thinktank“ und ist, wie der Name schon sagt, eine Denkfabrik, wo Konzepte formuliert, künstlerische Arbeiten ausgeformt und Produktionen (organisatorisch wie auch budgetär) realisiert werden. Dem think tank vorstehend ist Andrea K. Schlehwein, die als Knotenpunkt das weitreichende, internationale Künstlerkollektiv NETZWERK AKS koordiniert und leitet. Zum fixen Team des think tanks gehören neben AKS (Produktionsleitung, Organisation, Kuratorin, Eigenproduktionen), Eleonore Schäfer (Grafik, Layout, Finanzen, Ko-Leitung), Brigitte Büsken (Assistenz, Koordination), Roman Zotter (Technik, Übersetzung) und seit neuestem auch ich, Anna Zampetti. Da ich mit meiner Ausbildung sowie meinen Interessen hauptsächlich für den Theaterbereich ein Grundwissen und vor allem das notwendige Vokabular habe, liegt mein bisheriger Wirkungsbereich hauptsächlich im unterstützenden Recherchieren zu Theorie und Kontext, der Verfassung und Mitgestaltung von Texten auf Basis der künstlerischen Konzepte und Vorgaben von Andrea K. Schlehwein sowie der Teilnahme an den think tanks, wo im Dialog und in der Diskussion Ideen entwickelt werden.

Es ist ein aufregendes (miteinander) Arbeiten, das trotz unterschiedlichster Zugänge und Voraussetzungen auf Augenhöhe stattfindet. Besonders gefällt mir die respektvolle, ehrliche… eben demokratische Dynamik im Team. Andrea K. Schlehwein hat mit dem think tank eine Plattform geschaffen, die den Dialog wie auch den künstlerischen Austausch ermöglicht. Das definierte Ziel ist es, Perspektivenerweiterung sowie spartenübergreifende Diversität und Vielfalt umzusetzen. Der think tank ist aber auch ein Ort, an dem sich Künstler*innen und Interessierte aus verschiedenen Richtungen einbringen und untereinander vernetzen können. Zudem kann er als Motor und Realisator verstanden werden, der sich der unscheinbaren aber unerlässlichen Vorbereitungsarbeiten annimmt und auf akribische Weise und mit jeder Menge Engagement die Voraussetzungen schafft, damit die künstlerischen Produktionen zustande kommen können. Ohne die organisatorische Arbeit von Andrea K. Schlehwein im büro für tanz | theater | produktionen wären viele Projekte schlichtweg nicht realisierbar. Der think tank ermöglicht viele Menschen, Menschen wie mir, einen Einblick und einen persönlichen Zugang zur Kunstwelt und er ermöglicht und fördert auch den produktiven Austausch, der den ART SPACE auszeichnet.



ENGLISH


Words by Anna Zampetti | Photos by AKS

After finishing my studies in Vienna, I recently moved back home. What a pleasure it was to rediscover the ART SPACE, whose activities, exhibitions and events I had been observing from a distance, but which I could rarely visit because of where I lived. Already last year, during the summer holidays, I had contacted Andrea K. Schlehwein and asked her if any kind of support was needed at the ART SPACE. Too seductive was the thought to come close to this cultural institution.
I was quite surprised that I was immediately given the opportunity to outline my approach to art and also demonstrate it by means of writing reviews. I first had to graduate from university, so I had to wait another year but now, in the summer of 2020, the time has finally come. Again, I was offered a hand and now I am part of the think tank team. The ART SPACE stift millstatt is home to FORUM.KUNST contemporary, directed by Eleonore Schäfer as well as the büro für tanz | theater | produktionen, directed by Andrea K. Schlehwein. The büro für tanz | theater | produktionen creates, plans, organizes and manages in-house productions of AKS and NETZWERK AKS and also invites several external productions by international artists in residence each year, supervised by AKS.

Organisationally, the office runs as a "think tank", where concepts are formulated, art works are given shape and productions are being realized (on both organisational and budgetary level). The think tank is headed by Andrea K. Schlehwein, who acts as a sort of hub, coordinating and managing the wide-ranging international artists' collective NETZWERK AKS. The think tank's permanent team includes AKS (production management, organization, curator, in-house productions), Eleonore Schäfer (graphics, layout, finances, co-direction), Brigitte Büsken (assistance, coordination), Roman Zotter (tech, translations) and, most recently, myself, Anna Zampetti. Since my education and interests in the field of theatre provide me with a basic knowledge and, above all, the necessary vocabulary, my main area of activity to date has been supporting research into theory and context, writing and co-creating texts based on the artistic concepts and specifications of Andrea K. Schlehwein, as well as participating in the think tanks, where ideas are developed through dialogue and discussion.

This (collaborative) work is exciting, and despite our diverging approaches and preconditions it takes place on equal terms. I especially like the respectful, honest... well simply democratic dynamics in the team. With the think tank, Andrea K. Schlehwein has created a platform that facilitates dialogue and artistic exchange. The defined objective is to broaden perspectives and to implement cross-sectional variety and diversity. But the think tank is also a place where artists from different backgrounds can make their contributions and network with each other. Furthermore, it can be seen as a motor and generator that takes care of the seemingly small but necessary preparatory work and in a meticulous and highly committed way creates the conditions for the artistic productions to come into being. Without the organisational work of Andrea K. Schlehwein at the büro für tanz | theater | produktionen, many projects simply would not be possible. The think tank provides many people, people like me, with an insight and a personal approach to the world of art and it also enables and promotes the productive exchange that is characteristic of ART SPACE stift millstatt.

Wednesday, July 15, 2020

Alina Jacobs residency@ART SPACE stift millstatt


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Die Tänzerin und Choreografin Alina Jacobs ist zu Besuch im ART SPACE stift millstatt, um im Zuge ihrer A.I.R. residency@ART SPACE stift millstatt an ihrem neuen Solo zu arbeiten.

DIE KÜNSTLERIN …

Ihr tänzerischer Werdegang beginnt sehr früh; mit drei Jahren steht die mittlerweile 26-Jährige zum ersten Mal in einem Tanzstudio. Die bald eingeschlagene Richtung - Elementaren Tanz - bleibt richtungsweisend für ihren weiteren Ausbildungsweg. Neben dem Tanzstudium am codarts Rotterdam wird Alina Jacobs von Graziela Padilla höchstpersönlich vertiefend unterrichtet und ausgebildet. Seit 2018 geht Jacobs, neben der Arbeit an ihren Eigenproduktionen, mit viel Leidenschaft unterschiedlichsten tanzpädagogischen Tätigkeiten nach. Unter anderem wirkt sie immer wieder bei Symposien, die sich dem Elementaren Tanz widmen, mit; im Jahr 2019 zum Beispiel fand im ART SPACE stift millstatt das Symposion Positionen 019 (initiiert, kuratiert und realisiert von AKS) statt, das das Lex-Padilla Dance Concept zum Inhalt hatte. Neben der Mitbegründerin Graziela Padilla haben viele „Ehemalige“ mitgewirkt und die Teilnehmer*innen unterrichtet.
Nun, im Sommer 2020 ist Alina Jacobs wieder in Millstatt; diesmal als Residenzkünstlerin, eingeladen von Andrea K. Schlehwein.

DAS SHOWING …

Alina Jacobs beschäftigt sich in ihrer aktuellen Arbeit mit der Verfänglichkeit von rotierenden Gedankengängen.
In ihrem Tanzsolo, das sie selbst choreografiert, tritt sie in einen physischen Dialog mit der nicht endend wollenden Gedankenflut der „spinning thoughts“. Ein von außen scheinbar regloser Körper – der im Inneren um einen Moment des Stillstandes kämpft – versucht mit wachsender Verzweiflung die zentripetale Kraft zu durchbrechen, die ihn in eine nicht kartierbare Tiefe zu ziehen droht. Trotz der gefährlichen Hartnäckigkeit des Drehmoments, gibt es eine gewisse Neugierde für die umgarnende Rotationsachse. Körper und Geist, die zunächst als vermeintliche Gegenspieler auftreten, erweisen sich als Komplizen im kreisenden Endlosstrom.

Das sich (ent-)ziehen-Wollen nach außen verstärkt lediglich die Kraft nach innen, oder ist es ein Unten, ein Drüben, ein Irgendwo, ein Nirgendwo ? Woran kann man sich festhalten, wenn die Gedanken entgleisen?


DAS FORMAT …

i n : f o r m a l
contemporary art + experiment

Am 22. Juli zeigt die Tänzerin und Choreografin Alina Jacobs ihr work in progress vor Publikum im ART SPACE, wo seit 2013 die artists in residency-Serie i n : f o r m a l (kuratiert von AKS) Künstler*innen Raum und Zeit bietet, an ihren Projekten zu arbeiten. Die Künstler*innen haben die Freiheit bei ihrem showing kein fertiges Stück zeigen zu müssen. Es geht in erster Linie darum, dem Publikum einen authentischen Blick in ihre Werkstatt zu ermöglichen. „Unterstützen ohne sich einzumischen“ ist das Leitmotiv von Andrea K. Schlehwein, die das Format für junge zeitgenössische Kunst ins Leben gerufen hat.
Raum, Zeit und besonders die Unterstützung von Andrea K. Schlehwein ist auch das, was Alina Jacobs schätzt. Gepaart mit dem „perfekten Setting“ der depandance in der Millstättischen Idylle ist es für sie „eine Chance, um sich in eine vertiefende Auseinandersetzung mit sich selbst – als Person und als Künstlerin – zu begeben und um die eigene künstlerische Handschrift durch einen Perspektivenwechsel zu erweitern“.


22. Juli 2020 | 21 Uhr
solo with no title 
Alina Jacobs / NL

Showing
als Abschluss ihrer A. I. R. residency@ART SPACE stift millstatt in der von #aks kuratierten Serie
i n : f o r m a l für experimentelle Kunst.

@ ART SPACE stift millstatt

Anmeldung wegen Sicherheitsauflagen zwingend erforderlich!

C O N T A C T
Andrea K. Schlehwein
büro für tanz | theater | produktionen
aks.office@andreakschlehwein.com
+43 4766 35250



ENGLISH

The dancer and choreographer Alina Jacobs is currently present at ART SPACE stift millstatt to work on her new solo during her A.I.R. residency@ART SPACE stift millstatt.

THE ARTIST…

Alina's dance career starts very early; at the age of three, the now 26-year-old has her first encounter with dance within a studio setting. The direction she soon takes – Elementarer Tanz – will be defining for all her further training. Aside from her dance studies at codarts Rotterdam, Alina Jacobs receives further training and education from Graziela Padilla herself. Since 2018, besides creating her own productions, Jacobs has been passionately engaged in a wide variety of dance education activities. Amongst other things, she repeatedly participates in symposia dedicated to Elementarer Tanz, for example in 2019, when the symposion Positionen 019 (initiated, curated and realised by AKS) was held at ART SPACE stift millstatt, focussing on the Lex-Padilla Dance Concept. Apart from co-founder Graziela Padilla, many "alumni" took part as well and taught the participants.

Now, in summer 2020, Alina is back in Millstatt, this time as artist in residence, invited by Andrea K. Schlehwein.

THE SHOWING … 


In her current work, Alina Jacobs deals with the captivating force of rotating thought processes.
In her dance solo, which she herself choreographs, Alina enters into a physical dialogue with a never-ending flood of "spinning thoughts". A body that appears motionless from the outside – internally struggling for a moment stillness – with increasing desperation tries to break out of the centripetal force that threatens to pull it down into unchartable depths. Despite the perilous persistence of the spinning force, there is a certain curiosity about this ensnaring axis of rotation. Body and mind, which initially appear as opponents, prove to be accomplices in the endlessly circling stream.
The desire to (with)draw outwards only increases the force towards the inside, or maybe a bottom, a top, a somewhere, a nowhere? What can we hold on to when our thoughts keep running off the rails?



THE FORMAT …

i n : f o r m a l
contemporary art + experiment

On the 22nd of July, the dancer and choreographer Alina Jacobs will show her work in progress in front of an audience at the ART SPACE, where since 2013 the artists in residency series i n : f o r m a l (curated by AKS) gives artists space and time to work on their projects. Artists are given the freedom of not having to present a completed piece during their showing. The primary goal is to allow the audience an authentic peek into the laboratory. „Support without interfering“ is the motto of Andrea K. Schlehwein, who initiated this format for young contemporary art.

Space, Time and especially the support of Andrea K. Schlehwein is also what Alina Jacobs values most. In combination with the „perfect setting“ of the depandance in the idyllic town of Millstatt, it is for her „an opportunity to enter into a deeper investigation of oneself – as a person and as an artist – and to expand one's own artistic signature through a change of perspective“.



22 July 2020 | 9 pm
solo with no title
Alina Jacobs / NL

Showing
concluding her A. I. R. residency@ART SPACE stift millstatt in the series
i n : f o r m a l für experimentelle Kunst
#curated by aks

@ ART SPACE stift millstatt

Advance registration obligatory due to security measures!

C O N T A C T
Andrea K. Schlehwein
büro für tanz | theater | produktionen
aks.office@andreakschlehwein.com
+43 4766 35250

Saturday, June 27, 2020

#blacklivesmatter


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Abriel Gardner

Abriel lernte ich 2018 in Seoul, Korea kennen. Sie kam für ein Semester als Austauschstudentin aus Los Angeles (California Institute of the Arts) an die Korea National University of Arts. Manchmal gingen wir, fast die einzigen Ausländer*innen am Dance Department, gemeinsam einen Kaffee trinken. Bei einer dieser Gelegenheiten fragte ich sie, was sie nach Ende ihres Studiums als Erstes tun wolle. Sie sagte: „Ich möchte ein Praktikum machen an einem Kunstort, wo ich richtig viel arbeiten muß ...“ – der Weg nach Millstatt war damit vorprogrammiert. Im Sommer 2019 verbrachte sie fast drei Monate als meine Assistentin am ART SPACE stift millstatt. Sie betreute die Tanzproduktion ‚butterfly tales‘ und das Symposion ‚ POSITIONEN 019 | Diskurse und Dialoge im Zeitgenössischen Tanz. Abriel kam nicht alleine, sie brachte ihren Hund Bowie mit – unser Sommer-Maskottchen 2019.

Abriel bewegt sich gekonnt zwischen den Kunstsparten Installation, Film und Tanz hin und her. Ich mag ihren ebenso poetischen wie witzigen Zugang zum Filmemachen. Besonders aber mag ich ihre Installation La La’s Dream Machine, der sie als Co-Designerin Humor und Leben einhauchte. Zu sehen war diese Arbeit auf der Calarts Expo 2018.

Artist Statement
Abriel ist für ihren launigen Stil bekannt, der sich sowohl mit dem Humor als auch der Ambiguität des Alltagslebens befasst. In ihren Arbeiten nutzt sie Witz und Absurdität, um Werke zu schaffen, die das Publikum zur Hinterfragung der Paradigmen der Kunst und des Lebens anregen. Abriel nimmt die Wertesysteme rund um Binarität und Seriosität unter die Lupe, die sie für einschränkend und ausschließend hält. Sie hofft, mit Ihren Arbeiten Ihrem Publikum ein Gefühl der Erleichterung und der Freude zu vermitteln und dadurch eine fantasievollere und aufgeschlossenere Gesellschaft zu fördern. 

Kontakt
Abriel Gardner | abriel.gardner01@gmail.com | https://vimeo.com/abriel


hallo andrea. hier sind ein paar fotos von einer mahnwache, an der ich vor ein paar wochen teilgenommen habe. es war ein bewegender moment und es fühlte sich gut an, mit leuten zusammenzukommen, ohne eine waffe oder die polizei zu sehen. es war eine zeit der trauer und des gegenseitigen festhaltens. etwas, wozu viele leute lange keine gelegenheit hatten. eine Erinnerung daran, wie wichtig es ist, sich die zeit zu nehmen, um zu verarbeiten, was auf dieser Welt eigentlich vor sich geht. ich fühle mich sehr klein in meinen bemühungen, aber ich tue mein bestes, durch das alles hindurch wachsam und stark zu bleiben. Ich hoffe, es geht dir gut!!
abriel


Wir werden nicht aus Angst zurückweichen
Der Wandel ist da, und er findet jetzt statt. Wir können dieses System sinnloser Gewalt und Unterdrückung nicht länger hinnehmen. Wir müssen unsere Masse dazu einsetzen, einen Wandel einzuleiten, wir müssen unsere Communities engagiert und informiert halten. Wir werden stark bleiben. Redet miteinander, organisiert euch, baut eure Kraft weiter aus. Ziehen wir uns gegenseitig zur Verantwortung, friedlich, fokussiert und unnachgiebig in unserer Botschaft zu bleiben. Wir haben die Kraft, einen echten Wandel herbeizuführen. BLACK LIVES MATTER.


hallo andrea. die dinge sind hier immer noch sehr chaotisch, aber langsam macht sich eine veränderung bemerkbar. es wirkt surreal, wie die nationalgarde und militärpanzer die straßen säumen. es sind auch viele hubschrauber zu sehen.




Anna Zampetti

Anna Zampetti ist nach dem Studium der Germanistik und Italianistik an der Universität Wien nach Kärnten gekommen, um der Liebe ihres Lebens, ihrem Hund Louis, das bestmögliche Leben zu garantieren. Im ART SPACE hat sie ein kulturelles Refugium gefunden, weshalb sie nicht mehr gehen wollte, und nun Teil des Teams ist. Im büro für tanz theater und produktionen unterstützt sie durch Text- und Recherchearbeiten den Think Tank, der unter der Leitung von Andrea K. Schlehwein Eigenproduktionen konzipiert und organisiert, sowie Arbeiten von externen Künstler*innen begleitet. Für die bevorstehenden AKS Produktionen im Jahr 2020, cREATING cOMPOSTION / archipelago / robotic MELANCHOLIA, bringt sie ihren theoretischen Zugang mit ein, der als externer Blick das Sichtfeld zusätzlich erweitert.


WE SHOULD ALL BE ANTIRACISTS


Angesichts der Intersektionalität von Diskriminierung scheint eine Referenz auf Chimamanda Ngozi Adichie angemessen, die in ihrem Essay We Should All Be Feminists von 2014 vieles hinsichtlich Geschlechterdiskriminierung auf den Punkt gebracht hat, was in Bezug auf ethnische Diskriminierung aktuell diskutiert wird.
Im Zuge der Proteste gegen Polizeigewalt #blacklivesmatter entwickelt sich nach dem Tod von George Floyd erneut ein umgreifendes und weitreichendes, kollektives Sprachrohr der Black Communities, dessen Durchschlagskraft und Lautstärke längst fällig war. Und es ist frustrierend wie blind und taub und ignorant viele Menschen angesichts dieser gesunden Entwicklungen sind und wie sie versuchen, mit den immer gleichen, stumpfsinnigen Argumenten ihre privilegierte Position in einer strukturell rassistischen Gesellschaft zu schützen.
Die „harmloseren“ unter ihnen versuchen sich auf einen naiven Begriff der generellen Gleichheit rauszureden, wenn sie auf #blacklivesmatter mit der verwässernden Parole „all lives matter“ antworten. Also ja, grundsätzlich schon, natürlich … doch führt es in diesem Kontext dazu, dass People Of Color und das Alleinstellungsmerkmal ihrer Rassismuserfahrungen unsichtbar gemacht werden.
In Analogie dazu möchte ich das zitieren, was die aus Nigeria stammende Schriftstellerin Adichie zur Geschlechterungleichheit schreibt:
Some people ask, ‚Why the word feminist? Why not just say you are a believer in human rights, or something like that?’ Because that would be dishonest. Feminism is, of course, part of human rights in general – but to choose to use the vague expression human rights is to deny the specific and particular problem of gender. It would be a way of pretending that it was not women who have, for centuries, been excluded. It would be a way of denying that the problem of gender targets women. That the problem was not about being human, but specifically about being a female human. (Adichie, Chimamanda Ngozi: We Should All Be Feminists. London: Fourth Estate 2014. p. 41)
Mit der BlackLivesMatter-Bewegung wurde spätestens seit 2013 ein historisch gewachsener, differenzierter und komplexer Diskurs laut, bei dem es wünschenswert wäre, dass eben nicht ein/e jede/r partizipiert und unbekümmert, frei von der Leber weg spricht. Es ist ein Diskurs bei dem man viel Falsches sagen kann und auch wird – aus dem einfachen Grund, dass wir (in den west-, mittel und osteuropäischen, sowie den ehemals kolonialisierten Länder) in einer rassistisch geprägten Gesellschaft leben, die die hierarchische Unterscheidung von Menschengruppen kreiert, institutionalisiert und zur Basis des eigenen, weißen Selbstverständnisses gemacht hat.
An diejenigen, die mit ihrem privilegierten Hintern in ihrem bequemen Couchsessel sitzen, die Nachrichten schauen, sich „raus halten“ und dabei kein Verständnis für die Demonstrierenden aufbringen oder, wenn sonst nichts, nicht einmal die Klappe halten können, Folgendes: Fangt an euch selbst zu hinterfragen! Man ist nicht, was man ist … man wird es. Und zwar in einem vorgeprägten Umfeld, das Normen vorgibt und Machtpositionen strukturell verteilt … und jetzt, Überraschung, etwas ganz Neues: diese Verteilung ist nicht gerecht, nicht fair, nicht gleichberechtigt … sie ist diskriminierend, rassistisch und sexistisch.

Als weißer, mitteleuropäischer Mensch erkenne ich meine Position und sehe auch, welche Erfahrungen mit Diskriminierung mir erspart blieben. Und deshalb beginne ich, nach dieser unverzichtbaren Stellungnahme, mit dem Schweigen und dem Zuhören, denn das scheint mir für mich in diesen Tagen angebracht.

Anna Zampetti, Juni 2020





ENGLISH



Abriel Gardner


I met Abriel in 2018 in Seoul, South Korea. Coming from Los Angeles, she was an exchange student at the Korea National University of Arts. Being almost the only foreigners in the Dance Department, we sometimes went for coffee together. On one of these occasions I asked her what the first thing was she wanted to do after finishing her studies. She said, "I want to do an internship at an art space where I will have to work really hard..." – and thus the way to Millstatt was predestined. In the summer of 2019 she joined me at ART SPACE stift millstatt for almost three months as my assistant. She worked on the dance production 'butterfly tales' and the symposium 'POSITIONEN 019 | Discourse and Dialogue in Contemporary Dance'. Abriel did not come alone, she brought her dog Bowie – our summer mascot of 2019.

Abriel skilfully moves between the art disciplines installation, film and dance. I like her approach to film making, which ist both witty and poetic. But I especially like her installation La La's Dream Machine, which she enriched with humor and life as co-designer. This work was shown at the 2018 Calarts Expo.


Artist Statement
Abriel is known for her whimsical style which embraces both the humor and ambiguity of day to day life. She utilizes silliness and absurdity in her practice to create works that encourage the audience to question the paradigms present in both art and life. Abriel interrogates the value systems surrounding binaries and seriousness, finding them to be restrictive and exclusionary. She hopes that her work can provide a sense of relief and joy to her audience and can foster a more imaginative and open-minded community.

Contact
Abriel Gardner | abriel.gardner01@gmail.comhttps://vimeo.com/abriel


hi andrea here are a few photos from a vigil I attended a few weeks ago. It was a tender moment and felt good to gather with people without having to see a gun or the police. It was a time to grieve and hold each other. something that a lot of people have not had the chance to do. It was a reminder of how important it is to take the time to process what is actually happening in this world. I feel very small in my efforts but I am trying my best to stay vigilant and strong throughout this.
I hope you are doing okay!!
abriel



We won’t back down in fear
Change is here and it’s happening now. No longer can we endure this system of senseless violence and oppression. We must use are masses to instigate change, we need to keep our communities engaged and informed. We will not lose our strength. Keep talking, keep organizing, keep spreading your power. Let’s hold each other accountable to stay kind, to stay focused and unyielding in our message. We have the power to make real change. BLACK LIVES MATTER.


Hi andrea things are still very chaotic here but change is slowly starting to happen. Its surreal to see the national guard and army tanks surrounding the streets. theres lots of helicopters too.




Anna Zampetti


After studying German and Italian at the University of Vienna, Anna Zampetti came to Carinthia to ensure the best life possible for the love of her life – her dog Louis. After finding her cultural refuge at ART SPACE stift millstatt, she did not want to leave anymore and is now part of our team. With text and research work at the büro für tanz | theater | produktionen she assists the think tank lead by Andrea K. Schlehwein, which conceives and organizes in-house productions and also guides works by external artists. For the upcoming 2020 productions cREATING cOMPOSTION / archipelago / robotic MELANCHOLIA, she brings in her theoretical approach, which as an external perspective will further expand our field of vision.


WE SHOULD ALL BE ANTIRACISTS


Given the intersectionality of discrimination, a reference to Chimamanda Ngozi Adichie seems appropriate. In her 2014 essay We Should All Be Feminists she put in a nutshell much of what is currently being discussed in relation to ethnic discrimination.
In the course of the protests against police violence #blacklivesmatter following the death of George Floyd, a comprehensive and far-reaching collective outcry from Black Communities is developing once again, with a force and volume that has long been overdue. And it is frustrating to see how blind and deaf and ignorant many people are in the face of these healthy developments, and how, employing the same dull arguments over and over again, they try to protect their privileged position in a structurally racist society.
The "less harmful" amongst them justify themselves with a naive notion of general equality by responding to #blacklivesmatter with the mollifying slogan "all lives matter". Well yes, generally yes, of course ... but in this context it leads to People Of Color and the uniqueness of their experiences with racism being made invisible.
By analogy, I would like to quote the Nigerian writer Adichie and her views on gender inequality:
Some people ask, 'Why the word feminist? Why not just say you are a believer in human rights, or something like that?' Because that would be dishonest. Feminism is, of course, part of human rights in general - but to choose to use the vague expression human rights is to deny the specific and particular problem of gender. It would be a way of pretending that it was not women who have, for centuries, been excluded. It would be a way of denying that the problem of gender targets women. That the problem was not about being human, but specifically about being a female human. (Adichie, Chimamanda Ngozi: We Should All Be Feminists. London: Fourth Estate 2014. p. 41)
Since 2013 at the latest, a historically grown, differentiated and complex discourse has developed with the BlackLivesMatter movement, in which preferably not everyone should participate and speak freely without second thoughts. Within this discourse, one can and will say a lot of wrong things – for the simple reason that we (in Western, Central and Eastern Europe as well as in the former colonized countries) live in a racist society that has created a hierarchical distinction between groups of people, institutionalized it and made it the basis of its own white self-image. To those who sit in their comfy armchairs on their privileged behinds, who watch the news, who "stay out of it " and at the same time cannot show any understanding for the protesters or at least keep their mouths shut, I say the following: Start questioning yourselves! You are not what you are... you become it. And this within a pre-shaped environment that sets norms and structurally distributes power positions... and now, surprise, a big revelation: this distribution is not just, not fair, not equal ... it is discriminatory, racist and sexist.

As a white, Central European person, I recognize my position and I can see which discriminatory experiences I was spared. And that is why, after this indispensable statement, I will keep silent and I start listening, because this seems appropriate to me these days.

Anna Zampetti, June 2020