Thursday, December 24, 2020

Rückblick 2020 | Looking back on 2020



↓ English below ↓


Liebes Publikum, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir verabschieden mit 2020 ein denkwürdiges Jahr, das uns alle viele Nerven gekostet hat.

Nichtsdestotrotz war es mit einer gehörigen Portion Flexibilität möglich, Produktionen zu realisieren und sie in wertvollen Augenblicken mit Ihnen im selben Raum zur selben Zeit zu teilen.

Der Tanz existiert in lebendigem Miteinander, in der unmittelbaren Leibhaftigkeit, dem kollektiven Erlebnis, der Zwiesprache zwischen Bühne und Zuschauerraum, den Gesprächen im Anschluss an eine Vorstellung, dem eigenen physischen Erleben, das die Zuschauenden mit den Tanzenden verbindet.

2021 ist in Vorbereitung - wir können nicht weiter machen wie gehabt, wir werden unseren Horizont erweitern und möglicherweise neue Räume, Formate, ästhetische Linien der Präsentation und des Miteinanders finden müssen. Ich bin gespannt und freue mich auf diese Herausforderung.

Wir freuen uns ebenfalls, Sie im neuen Jahr wieder zu sehen.
Bleiben Sie gesund, voller Elan und hoffnungsfroh!

Andrea K. Schlehwein + NETZWERK AKS

ENGLISH
Dear audience, dear colleagues, dear friends, we are saying goodbye to a memorable year 2020, which has taken a toll on the nerves of all of us.

Nonetheless, with a fair amount of flexibility it has been possible to realise productions and share them in valuable moments with you in the same space at the same time.

Dance lives from lively interaction, immediate physicality, collective experience, the dialogue between stage and auditorium, the conversations following a performance, our own physical experience that connects the viewers with the dancers.

2021 is in the making – we cannot continue the way we've been going, we will have to expand our horizon and will possibly have to find new spaces, formats and aesthetic outlines for presentations and for being together. I am excited and looking forward to this challenge.

We are also looking forward to seeing you again in the new year.
Stay healthy, energetic and full of hope!

Andrea K. Schlehwein + NETZWERK AKS






Rückblick | looking back





r o b o t i c MELANCHOLIA

Andrea K. Schlehwein + NETZWERK AKS

Solo Unita Gay Galiluyo
digital reality 
... eine Reise durch virtuelle + reale FilmTanzRäume
... a journey through virtual + real FilmDanceSpaces








archipelago1

Andrea K. Schlehwein + NETZWERK AKS

Solo Claudia Fürnholzer 
Unterwegssein . Aufbruch . Freiheitssuche
passages . departure . quest for freedom








cREATING cOMPOSITION

Andrea K. Schlehwein + NETZWERK AKS 

... der choreografische Prozess in lebendiger Interaktion...
... the process of choreography in lively interaction...







solo with no title

Alina Jacobs 

A . I . R . 2020 
#curatedbyaks 






#shivering

Andrea K. Schlehwein + NETZWERK AKS

Duett Unita Gay Galiluyo + Maria Mavridou
Aufstehen im Fall
rising in falling







wozzeck_woyzeck_reloaded

Andrea K. Schlehwein + NETZWERK AKS

Daejon New International Dance Festival

ONLINE Festival







LOGbook

Andrea K. Schlehwein + think tank

... das LOGbook: Inspiration + Arbeitsbuch
... the LOGbook: Inspiration + Workbook






platform for useless objects

Installation 
Andrea K. Schlehwein 

Objekte unterschiedlicher Herkunft teilen sich denselben Raum und sind uns Menschen damit einen entscheidenden Schritt voraus 
Objects of different origins share the same space and are therefore a decisive step ahead of us humans 






Anerkennungspreis des Landes Kärnten
für besondere Leistungen im Bereich der freien Kulturarbeit

Recognition Award from the state of Carinthia 
for special achievements in the field of independent cultural work

für | for 
Andrea K. Schlehwein + NETZWERK AKS




Andrea K. Schlehwein + Netzwerk AKS ab min 55:20






CREDITS 

Photos
aks . Jo Hermann . Alina Jacobs . Roman Zotter . Ok Sang Hoon
 
all film materials
Hygin Delimat . Five Elements Film . Alina Jacobs
NETZWERK AKS + büro für tanz | theater | produktionen
 
Teaser editing
Alina Jacobs . Maayan Reiter . Roman Zotter

 




Friday, December 11, 2020

Kulturpreis des Landes Kärnten | Cultural Award from Carinthia für|for Andrea K. Schlehwein + NETZWERK AKS


For English, click on the links below the German texts

Photo: Ok Sang Hoon
Im Dezember 2020 wird Andrea K. Schlehwein für ihre choreographische Arbeit in Zusammenarbeit mit dem von ihr geleiteten und ins Leben gerufene NETZWERK AKS vom Land Kärnten ausgezeichnet. Sie bekommt den Landeskulturpreis in der Kategorie ‚Anerkennungspreis für besondere Leistungen im Bereich der freien Kulturarbeit‘. Dies zum Anlass nehmend, freuen wir uns, einen Einblick geben und einige der Netzwerker*innen vorstellen zu können. 

Die Initialzündung für die Entstehung des Netzwerks waren die Produktionen verschiedenster Tanzstücke ab dem Jahr 2009. Von da an hat Andrea K. Schlehwein von Millstatt ausgehend mit viel Leidenschaft und mit einer schier unerschöpflichen Inspiration ihre tänzerischen Produktionen in die Welt gebracht. Mit ihren Stücken war und ist das NETZWERK AKS immer wieder bei regionalen aber vor allem auch internationalen Festivals und Kunstvenues zu Gast. Durch ihre Arbeit als Dozentin an der Korean National University of Arts hat sich parallel die AKS Seoul Section ausgebildet, die, von Seoul ausgehend, ebenso international mit AKS-Stücken auf Tour geht. Die Verbindungslinien sind beinahe weltumspannend, die Summe der einzelnen Teile ist dennoch eins und wird von einem solidarischen, weltoffenen und kollegialen Geist des Miteinanders getragen. 

Photo: Jo Hermann
Das internationale Kollektiv zeichnet sich durch eine bunte Vielschichtigkeit auf höchstem künstlerischen Niveau sowie einem hohen Grad an interner Kompatibilität aus. Von Jahr zu Jahr finden sich die Künstler*innen zusammen – in immer neuen Konstellationen, jeweils mit einem gewachsenen Erfahrungsschatz im Gepäck, um an AKS sowie Kollektivproduktionen zu arbeiten.

Das NETZWERK AKS, so Andrea K. Schlehwein, „ist aus sich selbst heraus gewachsen und entwickelt sich auch stets dynamisch, je nach den Bedürfnissen meiner Produktionen und denen der Mitglieder“. 

ONLINE Verleihung der Kulturpreise des Landes Kärnten
Samstag 19. Dezember 2020, um 10.30 Uhr | MEZ
Livestream via
www.ktn.gv.at
www.kaernten.tv
https://www.facebook.com/landkaernten
https://www.instagram.com/landkaernten


Ein Dank geht an alle NETZWERK AKS artists, die mit ihrer inspirierenden Aufgeschlossenheit und ihrem solidarischen Freundschaftssinn das Engagement und die Arbeit, über all die Jahre und all die Hindernisse hinweg, möglich gemacht haben.

Nachfolgend stellen einige NETZWERKER kurz sich selbst und ihre aktuellen Arbeiten vor:

ENGLISH
In December 2020 Andrea K. Schlehwein will receive an award from the Austrian province of Carinthia for her choreographic work with NETZWERK AKS, whose initiator and artistic director she is. She is awarded the Landeskulturpreis (cultural award) in the category 'Recognition Award for Special Achievements in the field of independent cultural work'. We want to take this as an opportunity to give a bit more insight into NETZWERK AKS and to introduce some members of the NETZWERK.

The initial spark for creating the NETZWERK was the creation of a number of dance productions from 2009 onwards. Since that time, Andrea K. Schlehwein, from her base in Millstatt, Austria, has taken her dance productions into the world with lots of passion and seemingly inexhaustible inspiration. The NETZWERK AKS and its dance productions have been and still are regular guests at regional and international festivals and art venues. Through her work as a guest professor at the Korean National University of Arts, AKS Seoul Section has developed in parallel, which also tours pieces by Schlehwein internationally from its home base in Seoul. The lines of connection are almost spanning the whole world, yet the sum of the individual parts is still a unified whole, supported by a spirit of solidarity, cosmopolitanism and collegiality. The international collective is characterised by a colourful complexity of strong artistic quality as well as a high degree of internal compatibility. Year after year, artists come together in ever new constellations, each of them bringing in a wealth of experience, in order to work on AKS as well as collective productions. According to Andrea K. Schlehwein, the NETZWERK AKS "has developed from within itself and keeps on growing dynamically, depending on the needs of my productions and those of its members".

ONLINE presentation of the cultural awards of the state of Carinthia
Saturday 19th of December 2020 at 10.30 a.m. | CET
Livestream via
www.ktn.gv.at
www.kaernten.tv
https://www.facebook.com/landkaernten
https://www.instagram.com/landkaernten

We want to thank all NETZWERK AKS artists whose inspiring open-mindedness and sense of friendship and solidarity have made possible the dedication and work for all these years, past all obstacles.

Below, some of the NETZWERKERS are shortly introducing themselves and their current activities:




Marion Louise Buchmann (DE)

Marion Louise Buchmann
© Marion Luise Buchmann aus dem KunstVideo 
„Fragmente einer Wandlung“ von 2009/19
Aktuell arbeite ich an der Erstellung eines neuen TanzKunstVideo, zu einer Ausstellung in 2021 - ISOLATION VERSUS KOMMUNIKATION - aus Videosequenzen einer vergangenen Tanztheateraufführung, in Verbindung mit aktuellen neuen Videoaufnahmen die sich aus der Kommunikationslosigkeit und Isolierung der momentanen Situation des nicht miteinander sein können, herauskristallisiert. Tänzer- und Performerinnen sind Chandana M. Hörmann und Lydia Klement.

Es war immer eine sehr intensive, künstlerisch hochkarätige Schaffensperiode in der Zusammenarbeit mit Andrea K. Schlehwein und als Mitglied im NETZWERK AKS.
Mir wurde dieses u.a. 2010 als Co-Choreografin und Trainingsleiterin zu dem Tanzstück „Ariadnes Faden“ zuteil.

Website 
Instagram 

ENGLISH
Currently, I am working on creating a new TanzKunstVideo for an exhibition in 2021 – ISOLATION VERSUS COMMUNICATION – from video sequences of a past dance theatre performance, in connection with current new video recordings, emerging from the lack of communication and isolation of the current situation of not being able to be with each other. The dancers and performers are Chandana M. Hörmann and Lydia Klement.

Collaborating with Andrea K. Schlehwein and being a member of NETZWERK AKS has always been a very intense, creative process of high artistic quality.
I had the chance to do this as co-choreographer and training leader for the dance piece "Ariadnes Faden" in 2010, a.o.



Brigitte Büsken (DE)

Photo: Jo Hermann
Aktuelle Arbeit:
the wave | April 2021
interaktive Installation @ART SPACE stift millstatt 
Kooperation mit büro für tanz | theater | produktionen + NETZWERK AKS
 
Ich arbeite site specific, an einem Geflecht mit dem Material Rafia aus Indonesien, einer glänzend breiten Verpackungsschnur. Eine großflächige, blau gespannte, begehbare Meeresfläche entsteht, in die hinein getaucht werden kann. Perspektivänderungen auf eine bekannte Umgebung entstehen beim ‚Schwimmen‘ im Außenraum. Die Installation = ein offener, veränderbarer Prozess.

ENGLISH
Current work:
the wave | April 2021
interactive installation @ART SPACE stift millstatt
in co-operation with büro für tanz | theater | produktionen + NETZWERK AKS
I work site specific, creating a sort of web from the Indonesian material rafia, a shiny wide packing cord. The result is a large, blue, stretched, walkable sea surface that can be divded into. A sense of 'swimming' in the outdoor space, shifts in perspective against a familiar surrounding are created. The installation = an open, changeable process.



Corrado Canulli-Dzuro (IT)

Mein Name ist Corrado, ich habe Andrea und Eleonore im fernen...Osten kennengelernt! Wir drei nahmen an einer Plattform für zeitgenössischen Tanz teil. Oft saßen wir in diesem beiden Tagen dicht beieinander. Unsere Vision, unsere Geschmäcker waren ähnlich: Kurz gesagt, seit 2005 sind wir auf die eine oder andere Weise in Kontakt.
Einmal ging es von Andrea aus, die mich 2011 einlud, in ihrem Projekt Route #11 zu tanzen. Ich war 45 Jahre jung und es war mir eine große Ehre und ein Privileg, Teil des NETZWERK AKS zu sein. Einer meiner Zehenknochen erinnert sich noch heute daran :-) Es war meine Schuld – ich dachte, ich wäre wieder 30.
Ein anderes Mal kamen die beiden zu meiner Hochzeitsfeier, wo sie zwischen einer Menge von Italienern und Slowaken wahrscheinlich einen eher unverständlichen und langweiligen Abend verbrachten.
Ich bin ihnen also etwas schuldig.
Und ich? Ich habe mein Leben mit Tanzen verbracht, mehr Ballett als zeitgenössisch, und jetzt bilde ich in Triest, meiner Wahlheimat, eine neue Generation von Tänzern heran.

www.corradocanulli.it
www.arteffetto.it

ENGLISH
My name is Corrado and I met Andrea and Eleonore in the far...east! The three of us were following a contemporary dance platform for buyers. We have been spending those two days often seated close to each other. Our vision, our tastes were similar: To make a long story short, it is since 2005 that we are in touch in a way or another. One way has come from Andrea, inviting me to dance in her project Route #11 in 2011. I was 45 years young and it has been a complete privilege and honour to be part of NETZWERK AKS. A bone of my toe still remember that experience :-) it was my fault, as I was thinking to be 30 again. On the other way, the two of them were present at my wedding's party, in between a lot of Italians and Slovaks, probably spending their more incomprehensible and boring evening. So I'm always in their debt. What about me? I spent my life dancing, ballet more than contemporary, and now teaching and growing new generation of dancers in Trieste, my city of choice.



Angharad Davies (US)

Jewel | The Body is an Archive
Die Arbeit mit Andrea und dem AKS-Team hat mich zu einem Nachdenken über meine Erforschung und Verarbeitung theatralischer Ideen inspiriert: Insbesondere habe ich ihre Methode übernommen, Bilder und/oder Zeichnungen zu verwenden, um meinen choreographischen Gedankengänge besser zu folgen und sie zugänglicher zu machen.

Meine jüngste Arbeit "The Body is an Archive" ist eine immersive Installation aus kurzen, geloopten Videoarbeiten, Standbildern und einer Live-Performance, in der untersucht wird, wie die Erinnerung durch das Vokabular des sozialen Tanzes in unseren Körpern fortlebt.

Website

ENGLISH
Working with Andrea and the AKS team was inspirational to my thinking about how I investigate and process theatrical ideas: in particular, I’ve borrowed her methodology of using images and/or drawing to more fully access and follow the threads of my choreographic thinking.
My most recent work The Body is an Archive, is an immersive installation of short, looped, video pieces, still images, and a live performance, exploring how memory lives in our bodies through the vocabularies of social dance.



Unita Gay Galiluyo (PH/DE)

© Marc Doradzillo
Die Zeit verfliegt und ist bestimmt durch elf Jahre Zusammenarbeit mit dem NETZWERK AKS unter der Leitung von Andrea K. Schlehwein. Es war eine abenteuerliche, produktive, sich immer entwickelnde Reise. Die Zusammenarbeit und der Austausch mit verschiedenen Künstler*innen/Tänzer*innen/Lehrer*innen sind intensiv und schaffen eine Verbindung, die sich immer wieder zu etwas Neuem verzweigt und den Schaffensprozess frisch hält. Nach vielen Jahren der Zusammenarbeit entsteht eine Beziehung der Koexistenz, die darauf abzielt, ein gemeinsames Ziel zu finden.

Aktuell arbeite ich als Tänzerin mit der Freiburger Choreographin Emi Miyoshi an ihrer interdisziplinären Tanzperformance RELAY-tionship. Darin spielt das miteinander Verbundensein eine zentrale Rolle und, vor dem Hintergrund der pandemiebedingten sozialen und körperlichen Isolation, geht es vor allem auch um die Frage, wie das Gefühl des miteinander Verbundenseins, ohne körperliche Nähe aufgebaut werden kann. Gemeinsam mit meiner Performancepartnerin Winnie Luzie Burz (Gesang) werden neue Formen der körperlich künstlerischen Zusammenarbeit erprobt. Mittels eines E- Stethoskops und Sensoren werden Herzschläge, Körpergeräusche und Bewegungen als Klangperformance in der neuen Immersive-Audio-Technik dem Publikum über Kopfhörer unmittelbar erfahrbar gemacht.

ENGLISH
Time is flying, and defining eleven years of working and collaborating with Netzwerk AKS, headed by Andrea Schlehwein. It has been an adventurous, productive and evolving journey. The collaboration and meeting of different artists/dancers/teachers, intensify and make a connection that branches into something new and refresh the process. After many years of working together, it establishes a relationship of co-existence that aims to share a certain goal

At the moment I work as a dancer with the Freiburg based choreographer Emi Miyoshi for her interdisciplinary dance performance RELAY-tionship. In this performance, connectedness with each other plays a central role and, against the backdrop of the pandemic and its social and physical isolation, the question is, how a feeling of being connected to each other can be established without physical closeness. Together with my performing partner Winnie Luzie Burz (vocals), we are testing new forms of physical-artistic collaboration. By means of an e-stethoscope and sensors heartbeats, body sounds and movements are made directly perceptible to the audience via headphones as a sound performance with this new immersive audio technology.



Andrea Maria Handler (AT)

Team of LAB ON STAGE
Ein großes Dankeschön an Andrea und das gesamte NETZWERK AKS für die langjährige Zusammenarbeit, die mir viele unvergessliche und wunderschöne Momente auf der Bühne, auf Tour und abseits davon beschert hat. Es ist ein besonderer Moment für die Choreographin zahlreicher Tanzstücke, Initiatorin eines internationalen Netzwerks und Begründerin des ART SPACE stift millstatt – diese Auszeichnung für ihre besonderen Leistungen ist wohlverdient und ich möchte Andrea von ganzem Herzen dazu gratulieren.

Aktuell bin ich Teil einer Zusammenarbeit des österreichischen Kollektives LAB ON STAGE mit der ARTPOLE AGENCY aus der Ukraine für das Projekt:
rozdILovI multilingual
a crossover project
Die kreative Idee, die sich hinter “rozdILovI multilingual“ verbirgt, ist die Suche nach einer hybriden Kunstform, einer organischen Synthese, die es vermag Dichtkunst, Performance, Video und Musik auf innovative Weise miteinander zu vereinen.

ENGLISH
A big thanks to Andrea and the entire NETZWERK AKS for the long lasting collaboration, which gave me many unforgettable and wonderful moments on stage, on tour and beyond. It's a special moment for the choreographer of many dance pieces, initiator of an international network and founder of the ART SPACE stift millstatt – this award for her special achievements is well deserved and I want to congratulate Andrea from the bottom of my heart.

Currently I'm part of a collaboration between the Autrian collective LAB ON STAGE and the Ukrainian ARTPOLE AGENCY for the project:
rozdILovI multilingual
a crossover project
The creative idea behind "rozdILovI multilingual" is the search for a hybrid art form, an organic synthesis that wants to find an innovative way of uniting poetry, performance, video and music.



Chandana M. Hörmann (DE)

© Marion Luise Buchmann von 2018
Tanz /Choreografie- Chandana M. Hörmann 
Ich fokussiere mich auf das Unterrichten von Auszubildenden und Student*innen im zeitgenössischen Ballett und Vinyasa Yoga. Als Darstellerin und Performerin arbeite ich mit Marion Luise Buchmann in ihren KunstTanzVideos zusammen.

Ich habe Andrea K. Schlehwein vor 20 Jahren als Kollegin in der Theaterarbeit mit Achim Freyer kennen und schätzen gelernt und später mit ihr als Tänzerin/Darstellerin in ihren eigenen Projekten im Netzwerk AKS zusammengearbeitet.

Website 

ENGLISH
I focus on teaching contemporary ballet and vinyasa yoga to trainees and students. As an actress and performer I work together with Marion Luise Buchmann on her KunstTanzVideos.

I got to know and appreciate Andrea K. Schlehwein 20 years ago as a theatre colleague working with Achim Freyer and later worked with her as a dancer/actress in her own projects within the NETZWERK AKS.



Alina Jacobs (DE)

solo with no title | photo by Anna Zampetti
Ich bin seit 2020 Mitglied im Netzwerk AKS, kreiere seit 2018 meine eigenen Produktionen und entwickle und unterrichte Kurse für junge Tänzer am Movement Re-Training Center. Gleich nach meinem Abschluss bei Codarts Rotterdam wurde ich ebendort Gastdozentin in der Abteilung für Tanzpädagogik. Im Jahr 2020 bin ich Kandidatin für die A . I . R . residency @ART SPACE stift millstatt.

Vimeo  | Instagram

ENGLISH
I am a member of Netzwerk AKS since 2020, create my own productions since 2018 and develop and teache programs for young dancers at Movement Re-Training Center. Directly after my graduation at Codarts Rotterdam I became guest teacher for the dance teaching department there. In 2020 I am candidate of the A . I . R . residency @ART SPACE stift millstatt.



Georgia Kapodistria (CY/DE/DK)

© Georgia Kapodistria
Georgia ist eine freischaffende Tänzerin mit ihrer Basis in Kopenhagen, Dänemark, die in Projekten mit den Schwerpunkten Performance, Vermittlung und Forschung tätig ist. Ein wichtiges Thema in ihrer Arbeit ist derzeit der politische Begriff der Dekolonisation in Bezug auf ihre künstlerische Praxis. Georgia arbeitet in Dänemark u.a. mit dem Königlich Dänischen Theater, dem Åben Dans Theater und der MYKA Company und erfreute sich in den Jahren 2015 - 2016 einer Zusammenarbeit mit dem NETZWERK AKS, wo sie unter der choreografischen Leitung von Andrea K. Schlehwein in "Things we lost in the fire" und "Here and Now" auftrat.

Website

ENGLISH
Georgia is a freelance dance practitioner based in Copenhagen, Denmark, who is active in projects focusing on performance, facilitation and research. A vibrant subject in her work at the moment is the political notion of decolonization in relation to her artistic practice. Georgia collaborates with The Royal Danish Theatre, Åben Dans Theatre, MYKA company, a.o. in Denmark and enjoyed a collaboration with Netzwerk AKS during the years 2015 - 2016. Under the choreographic supervision of Andrea K. Schlehwein, she performed in 'Things we lost in the fire' and 'Here and Now'.



Mido Kawamura (DE/JP)

Mido Kawamura
Seit mehr als 4 Jahrzehnten kenne ich Andrea, seit mehr als 3 Jahrzehnten arbeiten wir immer wieder zusammen. Ich schätze die gemeinsame Arbeit, den kreativen Prozess, auch mit den jeweils involvierten Tänzer/innen und anderen Mitwirkenden ungemein, denn er ist wirklich gekennzeichnet von der tiefen Suche nach Bildern, die die Seele berühren. Die gegenseitige Inspiration und Wertschätzung macht den Arbeitsprozess immer spannend und überraschend.
Meine diesjährigen Arbeiten umfassten u.A. die Butohproduktion "Zero" mit Minako Seki, der Film "Aeon Oz" von Heinz Kasper und eigene Lichtobjekte und Installationen.

Website

ENGLISH
I have known Andrea for more than 4 decades and we have worked together from time to time for more than 3 decades. I greatly appreciate the collaborations, the creative process, also with the dancers and other participants involved, because it is really defined by a deep search for images that touch the soul. The mutual inspiration and appreciation always makes the collaboration process exciting and full of surprises.
My work this year includes the Butoh production "Zero" with Minako Seki, the film "Aeon Oz" by Heinz Kasper and some of my own light objects and installations.



Dongbin Lee (KR)

Dongbin Lee
Ich bin Schauspieler, Tänzer und Performer und Nachfolger im Immateriellen Koreanischen Kulturerbe Nr. 17, dem Bongsan-Maskentanz.

Die ganze Welt ist verrückt, aber ich hoffe, dass wir alle im Geist und im Herzen gesund bleiben.

YouTube

ENGLISH
I am National Intangible Cultural Property No. 17 Bongsan Mask Dance successor as an actor, dancer, performer.

The whole world is confusing, but I hope we all maintain a healthy mind and heart.



Maria Mavridou (GR/NL)   

Maria Mavridou + Arvind Ganga
photo by Thalia Laric
Vor kurzem habe ich eine einjährige Kooperation als Tänzerin und choreographische Assistentin für das multidisziplinäre Projekt „Trust“ unter der Leitung von Dorit Weintal zu Ende gebracht.
Der Performance-Event "Celebration of Uncertainty" zusammen mit dem E-Gitarristen Arvind Ganga, der Performerin/bildenden Künstlerin Branka Zgonjanin und dem Klangkünstler Gert-Jan Prins steht kurz bevor.
Es war schön, im Oktober in Salzburg unter der Regie von AKS im Stück #shivering zu tanzen, und ich hoffe, dass unser nächster Auftritt in Ljubljana im Januar ebenfalls stattfinden kann.

Website

ENGLISH
I just finished a year long process as a dancer and advisor for the multidisciplinary project Trust directed by Dorit Weintal.
The performance event Celebration of Uncertainty together with electric guitarist Arvind Ganga, performer/visual artist Branka Zgonjanin and sound artist Gert-Jan Prins is coming soon.
I was happy to dance in #shivering directed by AKS this October in Salzburg and I hope that our next performance in Ljubljana in January will be possible too.



Carlos Osatinsky & Fernando Nicolás Pelliccioli (AR/DE)
espaciopropio.augenblick


photo by C. Osatinsky
In der aktuellen Pandemiesituation bewegen wir uns und arbeiten weiterhin zwischen den Kontinenten, unter dem Motto „Compost“ als übergreifendes Konzept, das in verschiedene Richtungen und Formate ausstrahlt und die tiefe Beziehung zwischen Körper und Umgebung erforscht und hinterfragt, wodurch wir unsere tiefe Sorge darüber ausdrücken, was die Zukunft für unseren Lebensraums bringen wird.

Seit wir Andrea und Eleonore zum ersten Mal in Barcelona begegnet sind, ist das NETZWERK für uns eine Plattform, die frühere Schaffensprozesse – einige davon unsere eigenen und einige unter Leitung von AKS – in einem Umfeld von Austausch, gegenseitiger Fürsorge und Freundschaft genährt hat. Schöne Erinnerungen an wilde Abenteuer und kreative Zeiten zaubern uns ein lang anhaltendes Lächeln auf die Lippen, und wir freuen uns immer wieder, nach Millstatt zurückzukehren, uns auszutauschen und uns auf diese Weise weiterzuentwickeln.

Website
Facebook

ENGLISH
Under the ongoing pandemic situation, we find ourselves still moving and working among continents under the motto “Compost” as an umbrella concept that radiates in different directions and formats for researching and enquiring on the deep relation among bodies and surroundings, expressing so our vital concern of what is next for us as habitat. Since we met with Andrea and Eleonore first time in Barcelona, we feel the NETZWERK as a platform that has nurtured former processes, some of our own and also under AKS direction, in a context of interchange, mutual care and friendship. Warm memories of crazy adventures and creative times are evoking long standing smiles and we are always happy to return there, meet and like this continue evolving.



Simona Piroddi (IT/DE)

"Zeit - Eine kurze Reise auf dem Fluss der Zeit"
Ich unterrichte Yoga, Tanz für Erwachsene und Kinder sowie Ballett für angehende Musical Darsteller. Momentan befinde ich mich noch in der Svastha Yogatherapie Ausbildung.
Ich arbeite gerade mit Theaterlabor Inc. Darmstadt, Inclusive + Professionelle Theaterkunst als Tänzerin und Choreografin an dem Stück "Ich Ich Ich" - Premiere voraussichtlich 9.01.2020. Das Foto ist von der letzten Produktion "Zeit- Eine kurze Reise auf dem Fluss der Zeit".

Meine Erfahrung mit Andrea ist sehr intensiv, mit ganz vielen tollen Momenten, die zurückgehen bis 2009. Die Arbeit ist immer sehr tiefgründig gewesen, oft auch sehr emotional und fordernd. Freue mich, dass Andrea und das Netzwerk den Anerkennungspreis bekommen: das hat sie verdient.

ENGLISH
I teach Yoga, dance for adults and children as well as ballet for aspiring musical performers. At the moment I'm also still following a Svastha yoga therapy education.

I am currently working with Theaterlabor Inc. Darmstadt, Inclusive + Professional Theatre Art as a dancer and choreographer for the piece "Ich Ich Ich" with its premiere scheduled for 9th Jan 2020. The photo is from the last production "Zeit – Eine kurze Reise auf dem Fluss der Zeit".

My experience with Andrea has been very intense, with many great moments going back until 2009. The work has always been very profound, often very emotional and also challenging. I am happy that Andrea and the Netzwerk have received the recognition award: she deserves it.



Yasudah S. (ID)

YawisBand is his Song Singing Program
RestManapun is his Artual Artion
#RMYS8 is closed since 2017-01-01







Website 
YouTube


Rosalie Wanka (DE)

mit Rodrigo Pardo © Kircher
Ich bin als Tänzerin im zeitgenössischen und klassischen Tanz sowie im Tango ausgebildet. Ich hatte die Gelegenheit, in Andreas Produktion Route 011 und einigen kleineren Formaten mitzuarbeiten und bin im Rahmen der Plattform light on/light off auch einige Male mit meinen eigenen Arbeiten aufgetreten. Aktuell arbeite ich an meiner neuesten Produktion ASYMMETRICAL ENCOUNTERS, die auf einer Erforschung von Machtverhältnissen und Geschlechterrollen als Narrative im zeitgenössischen Tanz und argentinischen Tango basiert und – hoffentlich – im Februar 2021 in München Premiere feiern wird.

Meinen herzlichen Glückwunsch an Andrea und das Team für den so wohlverdienten Preis! Die Zusammenarbeit war mir über all die Jahre hinweg eine Freude und es war schön, dem NETZWERK beim Wachsen und der Weiterentwicklung zuzusehen. Ich hoffe bald wieder nach Millstatt kommen zu können!

Website 

ENGLISH
I am contemporary, classical and tango trained dancer. I had the chance to work in Andrea's production Route 011 and several smaller formats, I also performed several times my own work at the platform light on/light off. I am currently working on my newest production ASYMMETRICAL ENCOUNTERS, based on a research about relations of power and gender roles as they are narrated in contemporary dance and argentine tango, to be premiered - hopefully - in Febuary 2021 in Munich. My congratulations to Andrea and the Team for the prize, so well deserved! The cooperations were a pleasure all these years and it was beautiful to see Netzwerk grow and transform. Hope to come back to Millstatt soon!



Roman Zotter (AT/NL)

Video still from "The Path of Paradox"
Regie: Dorit Weintal / Kamera: Roman Zotter
Ich komme ursprünglich aus Salzburg, lebe seit vielen Jahren in Amsterdam und hatte 2012 das Glück, Andrea und Eleonore ausgerechnet in Seoul, Südkorea kennenzulernen. Seither war ich immer wieder in Millstatt und arbeite seit 2015 auch aktiv in den unterschiedlichsten Rollen in NETZWERK AKS Produktionen mit.

In diesem von Covid19 gezeichneten Jahr fielen leider fast alle geplanten internationalen Aufführungen aus, ich arbeitete aber unter der Regie von Dorit Weintal als Kameramann und Cutter an zwei Filmen im Rahmen des Projekts The Path of Trust, die im September und Oktober in Amsterdam uraufgeführt wurden.
Und für die Aufführung von #shivering konnten wir Anfang Oktober doch zumindest einmal kurz nach Millstatt und Salzburg kommen. Nächstes Jahr hoffentlich wieder mehr!

Herzliche Gratulation an Andrea und das gesamte Team für den wohlverdienten Anerkennungspreis!

ENGLISH
Originally from Salzburg, I have been livin in Amsterdam for a long time now and I was lucky to meet Andrea and Eleonore in 2012 in Seoul, South Korea, of all places. Since then I have visited Millstatt many times and since 2015 I've also actively participated in many NETZWERK AKS productions in the most diverse roles.

In this year marked by Covid19 unfortunately almost all planned international performances were cancelled, but I had the chance to work as a cinematographer and editor on two films directed by Dorit Weintal as part of her project "The Path of Trust", which premiered in Amsterdam in September and October.
And in the beginning of October we also had the chance to come to Millstatt and Salzburg at least once this year, for the performance of #shivering. Hopefully more again next year!

My heartfelt congratulations to Andrea and the entire team for this well-deserved recognition award!

Wednesday, December 2, 2020

Was wäre wenn...? | What if...?


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Forum für emanzipatorische Kulturpolitik

Am 19. November fand im Anschluss an und bezugnehmend auf die Lesung von Elena Messner ‚Nebelmaschine‘ das Forum für emanzipatorische Kulturpolitik statt. Corona bedingt wurde die Veranstaltung vom Musil Haus in den virtuellen Raum verlagert, wo die Teilnehmer*innen – von den Organisatorinnen allesamt als ‚zentrale Stimmen des Diskurses‘ angesehen – ihre persönliche Stellungnahme zum aktuellen Tatsachenbestand in Sachen Gleichberechtigung und Inklusion in der Kärntner Kunstszene präsentiert haben. Von persönlichen Standpunkten ausgehend, wurde die Position von Frauen in der K. Kultur- und Theaterlandschaft diskutiert, sowie eigenreflektiert, die Nachhaltigkeit von gesellschafts- und politikkritischen Aktionen und Veranstaltungen eruiert.

Ein Dank unsererseits für die sinnvolle und zukunftsweisende Initiative geht an die Veranstalterinnen Elena Messner, Eva Schörkhuber und Alina Zeichen sowie an die Unterstützer*innen von KD Barba.

Nachfolgend der Beitrag von Andrea K. Schlehwein.

Was wäre wenn...?

Wenn ich ins Stadttheater Klagenfurt ginge und ein Theaterstück von Sarah Kane, von Dea Loher oder Elfriede Jelinek anschauen könnte? Oder in ein Konzert ginge, in dem auch Werke von Galina Ustvolskaya, Sofia Gubaidulina oder Chaya Czernowin zu hören wären? Wenn es, wie unter dem neuen Ballettchef an der Wiener Staatsoper Martin Schläpfer zuletzt in Düsseldorf geschehen, eine Uraufführung einer Komponistin wie Adriana Hölzky zu hören gäbe und dazu ein zeitgenössisches Ballett des hauseigenen Tanzensembles zu sehen wäre? Was, wenn eine Oper von Olga Neuwirth in Klagenfurt inszeniert würde?

...und bei all dem hier habe ich noch keineUtopie ins Feld geführt, die eine Regisseurin oder Dramaturgin ins Auge gefasst hätte. Ich habe lediglich eine kleine, qualitative Aufzählung begonnen, die wie eine Lawine ins Tal rollen und Erstaunen wie Interesse, Diskursbereitschaft und Begeisterung bei unserem neugierigen, oft unterschätzten Kärntner Publikum mit sich bringen würde. Eine Lawine, die ebenso unmissverständlich wie selbstverständlich eine geballte Portion weiblichen Kunstschaffens enthielte und mehr als hundert Jahre später, einen Appell von Nadja Boulanger als überkommene Anekdote ins Archiv befördern würde, die da in etwa lautet: ‚Vergessen wir, dass ich eine Frau bin und sprechen wir über Musik‘.

Was wäre, wenn eine designierte Intendantin an der Wiener Volksoper - wie Lotte van Beer - nicht schon im Vornhinein von der Presse angegriffen würde, wo ihr Kollege Kay Voges mit seinem arg bemühten Spielplan vom selben Journalisten wenige Tage später weitaus respektvoller behandelt wurde?

Doch genauso übrigens, packen wir uns an die eigene Nase, hatten wir in Kärnten den Fall, wo - der neue Intendant am Stadttheater Klagenfurt - einen zwar uninspirierten aber nicht „patriarchalen Spielplan“ (etwas, was es meines Erachtens nicht gibt – und darüber hinaus, was er womöglich aus Sachzwängen von seinem Vorgänger zu übernehmen hatte) verantworten muß, ohne, dass seine persönliche Referentin hier in dieser Runde als Sprecherin vertreten ist ... wie auch der Intendant vom Klagenfurt Festival noch vor coronaverwirktem Amtsantritt 2020 Kritik hat einstecken müssen dafür, dass er es geschafft hat, zusätzliches Budget für die Kunst zu akquirieren und ein neues Festival auszurufen ohne vorher seinen Posten gendergerecht zur Diskussion zu stellen (etwas, was ich im Übrigen, wollte ich meine Visionen verwirklichen, im ersten Jahr auch nicht machen würde).

... Was also wäre, wenn wir: uns unbekannte Menschen, frische Gedanken, auch, wie im Fall des Klagenfurt Festivals, holprig geborene Festivals in der Region, dennoch engagiert begrüßen würden, wenn wir sie in einem ersten Schritt, Kraft unserer vorhandenen Qualitäten unterstützen und dann, ebenso natürlich wie selbstverständlich, erst nach einer ersten absolvierten Spielzeit, kritisch hinterfragen würden?

Was wäre, wenn wir nicht alle in unseren eigenen Sandkästen mit Budgets, die uns nicht richtig leben aber auch nicht wirklich sterben lassen, spielten?

Wenn wir – warum nicht in frauendominiertem Team - ein ambitioniertes, gemeinsames Projekt im Jahr realisieren würden? Etwas, das schon bald nicht mehr aus der Kärntner Kulturlandschaft wegzudenken wäre? In dem wir Inhalte und Besetzungen qualitätsvoll nach unseren Gesichtspunkten beispielhaft und Zeichen setzend verantworten und gestalten würden?

Was, wenn wir diejenige unter uns ohne Neid und Sabotagegedanken, die sich als Intendantin aufstellt und auch das Zeug dazu hat, mit einem gemeinsamen Plädoyer unterstützen würden?

Wenn wir Synergien bildeten, Infrastrukturen teilten, dialogfreundliche Strukturen und praxisorientierte Handlungsspielräume schaffen würden, die eine Inszenierung , etwa, von Alenka Hain oder Ute Liepold nicht nur an deren etablierten Spielorten in Kärnten sondern bereits in der Planung vorab anvisiert mit Gastspielen an anderen Kunstvenues im Land präsentieren würden?

Wenn wir ein flexibles, an Diversität und Know How orientiertes Denken an erste Stelle vor Hierarchie und Ruhm setzen würden?

Was wäre, wenn wir auf die Kraft des Zusammenhaltes in fragmentierten Zeiten setzen würden? Jetzt, wo wir einander fraglos brauchen, da keine von uns weiß, wie was und wo und mit welchen Budgets wir uns zukünftig überhaupt noch am Leben erhalten können?

Was, wenn wir Veränderung nicht als oberflächen-hübschende Makulatur sondern als tiefer gehendes Anliegen, zielorientiert im Sinne einer die Gesellschaft prägenden Veränderung formulierten?

Wenn wir positiv gestimmt blieben und das Fehlen einer gemeinsamen Vision mit der Erarbeitung einer gemeinsamen Vision kompensierten?

Wenn wir eine mehrsprachige, zeitgenössische, spannende, geschlechter-, nationen-, altersübergreifende, an Weltoffenheit, Diskurs und Dialog in Beton gegossene, autark agierende Utopie etablieren würden? Ein Etwas, das sich so schnell nicht mehr aus Kärnten wegdiskutieren und wegrationalisieren ließe?

Ich schließe mit dem Wunsch, dass es in Kärnten zukünftig besser gelingt, sich von einem überstrapazierten Konjunktiv hin zu einem lebendigen Indikativ zu bewegen.

[photos: web, büro für tanz theater | produktionen]




ENGLISH


Forum for Emancipatory Cultural Policy

On 19 November, the Forum for Emancipatory Cultural Policy took place, following and relating to the reading of Elena Messner's 'Nebelmaschine'. Due to Corona, the event was moved from the Musil House to the virtual space, where the participants – all considered as 'central voices of the discourse' by the organisers – presented their personal statements on the current state of affairs in regard to equal rights and inclusion in the Carinthian art scene. Starting from personal points of view, the position of women in the cultural and theatre scene of Carinthia was discussed and self-reflected upon and the sustainability of socially and politically critical actions and events was investigated.

We would like to thank the organisers Elena Messner, Eva Schörkhuber and Alina Zeichen as well as the supporters of KD Barba for this meaningful and forward-looking initiative. 

Here the contribution by Andrea K. Schlehwein.

What if...?

What if I went to Stadttheater Klagenfurt and were able to see a play by Sarah Kane, Dea Loher or Elfriede Jelinek? Or if I went to a concert where I could enjoy works by Galina Ustvolskaya, Sofia Gubaidulina or Chaya Czernowin? What if – as happened under the new ballet director of Wiener Staatsoper Martin Schläpfer when he was still in Düsseldorf – a premiere of a composer like Adriana Hölzky was being performed, accompanied by a contemporary ballet by the company's own dance ensemble? What if an opera by Olga Neuwirth were to be staged in Klagenfurt?

...and saying all this, I have not even outlined any utopia of the sort a director or dramaturge would come up with. I have merely started a little quality list, which would roll downhill like an avalanche, evoking astonishment and interest, enthusiasm and readiness for discourse among our curious and often underestimated Carinthian audience. An avalanche that would, naturally and emphatically, contain a high dose of female art and would, more than a hundred years later, send an appeal by Nadja Boulanger to the archives as an obsolete anecdote, which reads something like: 'Let's forget that I am a woman and let's talk about music instead'.

What if the designated female director of Wiener Volksoper – like Lotte van Beer – was not attacked by the press beforehand, while her colleague Kay Voges with his all too eager/rather pretentious programme was treated far more respectfully by the same journalist a few days later?

But at the same time – let's also look at ourselves – we had a similar case in Carinthia, where the new director of Stadttheater Klagenfurt is responsible for an uninspired yet not "patriarchal programme" (something which, in my view, does not exist – and moreover, something he possibly had to take over from his predecessor for practical reasons) without his female personal advisor being represented here in this round as a speaker... just like the artistic director of the Klagenfurt Festival was criticised even before his Corona-burdened inauguration in 2020 for having managed to acquire an additional budget for the arts and for having proclaimed a new festival without first putting his position up for discussion in a gender-appropriate way (something, which incidentally I myself would not do either during my first year if I wanted to realise my visions).

... So what if we were to enthusiastically welcome: people unknown to us, fresh ideas and also – as in the case of the Klagenfurt Festival – bumpily born regional festivals... if, as a first step, we were to support them by virtue of our existing qualities, and only then, after the completion of their first season would, naturally and as a matter of course, pose our critical questions?

What if we were not all to play in our own sandboxes, with budgets that do not really let us live not really let us die?

What if we – and yes, why not in a female-dominated collaboration – were to realise one ambitious, joint project every year? Something that would soon be an integral part of the Carinthian cultural landscape? That would allow us to design and take responsibility for content and casting according to our own high quality principles in an exemplary and agenda-setting way?

What if we were to support the one person amongst us who puts herself up as artistic director and also has what it takes to do so, without envy or thoughts of sabotage, but with a joint plea instead?

What if we would form synergies, share infrastructures, create dialogue-friendly structures and practice-oriented space for action, which would show a production by, for instance, Alenka Hain or Ute Liepold not only at their own established venues in Carinthia, but also as guest performances already aimed for during planning at other art venues in the region?

What if we were to prioritize a flexible way of thinking based on diversity and know-how over hierarchy and fame?

What if we were to build upon the power of cohesion in fragmented times? Now that we undoubtedly need each other, now that none of us knows how, what, where and with what budgets we will be even able to keep ourselves afloat in the future?

What if we formulated change not as a superficially pretty paper exercise but as a more profound concern, goal oriented in the sense of society-shaping change?

What if we remained positive and compensated for the lack of a common vision by working out a common vision?

What if we were to establish a multilingual, contemporary, exciting, gender, nation and age transcending, autonomously acting utopia with cosmopolitanism, dialogue and discourse as its fundament? Something that would not be easy to be argued and rationalized away from Carinthia?

I conclude with the wish that Carinthia will be better able to move from the overstrained subjunctive mood towards a lively indicative in the future.


[photos: web, büro für tanz theater | produktionen]




Sunday, October 4, 2020

#shivering [from the ACCUMULATION series] @ tanz_house festival Salzburg


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Am 6. Oktober sind Andrea K. Schlehwein + NETZWERK AKS beim tanz_house_festival in Salzburg zu Gast. Sie präsentieren in zwei Performances (20:45 und 22:30) das hochdynamische 16-minütige Tanzduett #shivering aus der ACCUMULATION Serie, eine Neubearbeitung aus dem Jahr 2018 von Andrea K. Schlehwein mit und für die beiden NETZWERK AKS Tänzerinnen Unita Gay Galiluyo und Maria Mavridou.

#shivering hat Covid-19-bedingt in diesem Jahr noch keine Vorstellung erlebt. Einige der anvisierten Gastspiele sollen 2021 in Slowenien und Deutschland stattfinden.

In #shivering aus der ACCUMULATION Serie erforschen Andrea K. Schlehwein + NETZWERK AKS dem Zittern zugrunde liegende, dynamische, innere Erregungszustände, deren räumlich-binnenkörperliche sowie emotionalen Ursprünge.
Ein inneres Zittern, ausgehend von einem verborgenen inneren Ort, das visuell zunächst nicht wahrnehmbar in der eigenen Körperwelt beginnt und sich stetig steigernd nach außen dringt, umschließt die beiden Tänzerinnen wie eine zweite Haut.

Mit der Akkumulation der Zustände entstehen wellenartige Sequenzen in unterschiedlicher Dichte, ein unkontrollierbares Auf- und Abschwellen, ein Hin und Her. Es geht um die menschliche Eigenschaft, immer Balance herzustellen zu wollen. Läßt man dem Zittern seinen Lauf, wird eine Spaltung des Ichs in mehrere sichtbar.



ENGLISH


On October 6th, Andrea K. Schlehwein + NETZWERK AKS will take part in the tanz_house_festival in Salzburg. In two performances (8.45 pm and 10.30 pm) they will present the highly dynamic 16 minute dance duet #shivering from the ACCUMULATION series, an adaptation of Schlehwein's piece from 2018 with and for the NETZWERK AKS dancers Unita Gay Galiluyo and Maria Mavridou.

Due to Covid-19, #shivering has not yet been performed this year. Some of the previously planned performances are scheduled to take place in Slovenia and Germany in 2021.

www.tanzhouse.at

In #shivering from the ACCUMULATION series Andrea K. Schlehwein + NETZWERK AKS investigate the dynamic, inner states of 
agitation that are the source of trembling as well as their spatial-physical and emotional origins. Initially invisible, an inner tremor originating from a hidden place inside the body steadily accumulates and pushes outwards, finally enclosing the two dancers like a second skin. 

The accumulation of states leads to wave-like sequences of various densities, an uncontrollable swelling and collapsing, a back and forth. It's all about the human tendency of forever trying to stay in balance. If we let the trembling run its course, a division of the self will become apparent.


#shivering [from the ACCUMULATION series]

6 Oct 2020 | 20:45 + 22:30
tanz_house festival
ARGE KULTUR Salzburg


Choreografie | Choreography
Andrea K. Schlehwein

Tanz | Dance . NETZWERK AKS
Unita Gay Galiluyo
Maria Mavridou

Choreografische Assistenz | Choreographic Assistance
Alina Jacobs

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Roman Zotter